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 <title>Progress - Perspektive</title>
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 <title>Sendersuchlauf im freien Fall</title>
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Radiosender im Rucksack.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Helmut Peissl hat die Idee des Freien Radios in Frankreich kennengelernt, wo Anfang der 80er eine politisch günstige Phase das Aufkommen von hunderten Piratensendern zuließ und auf die Legalisierung von nichtkommerziellen Sendern hinauslief. Auf der Kooperative von Longo Maï, einem Selbstverwaltungsprojekt auf einem Bauernhof in der Provence, hatten die dort Wohnenden ein solches Radio konzipiert und alle, die wollten, konnten sich ein Thema aussuchen, überlegen wie es vermittelt werden sollte und es ging on air. Radio als Alltagstätigkeit, als konstruktive Auseinandersetzung mit dem Lokalen und dadurch auch mit sich selbst. Aus der französischen „Riesen-Aufbruchsstimmung“ kommend, stand Peissl vor der Mauer des österreichischen Rundfunkmonopols. Der Wille, das Ende des Monopols einzuläuten, war hier enden wollend. Aufmerksamkeit bekam man mit Piratensendungen. Mit bescheidenen Mitteln (etwa einem Sender aus dem Auto) konnte man einen Straßenzug mit einer Sendung beglücken. „Alle Leute, die Ö3 gehört haben, haben dann plötzlich Radio Sozialfriedhof gehört.“ Peissl muss sich ein Auflachen verkneifen, er denkt an einen der größeren Erfolge: „Einmal haben wir in der Argentinierstraße vor der Tür des ORF-Funkhauses gesendet und die Redakteur_innen drin haben plötzlich aus ihren Radios gehört, was aus unserem Sender kam. Die haben gedacht, das ist jetzt österreichweit auf Sendung. Und sie haben sich danach im Radio entschuldigt und gesagt das kam nicht vom ORF, allerdings hatten nur sie diese komische Sendung gehört.“ Wie man schon in Frankreich versuchte, vor Wahlen eine Gegenöffentlichkeit durch Piraterie aufzubauen, wollten das um die einhundert Beteiligten auch vor der Kärntner Landtagswahl 1989. Sie wollten mit einem zweisprachigen Programm ein Zeichen gegen die mediale Diskriminierung der kärntnerslowenischen Minderheit setzen. Da es nicht legal gewesen wäre, aus Österreich zu senden und die Post, damals für Funk zuständig, den Sender suchen und beschlagnahmen würde, wichen die späteren Aktivist_ innen des Vereins AGORA (Arbeitsgemeinschaft offenes Radio) nach Italien aus. „Wir hatten im Tal ein Studio in einem Ferienapartment und oben am Berg einen kleinen Sender installiert – der strahlte nach Kärnten hinein,“ sagt Peissl. Am Schluss sah die Intervention gegen das Anderes Radio für Kärnten/ drugačni radio so aus: Ein Hubschrauber des österreichischen Innenministerium kreiste über dem Sender auf der Achmitzer Höhe und die Carabinieri kamen. Ein paar Stunden festsitzen und drei Strafmandate fürs unerlaubte Befahren eines Forstweges waren die Folgen. Während damals in Italien ein einseitiges Formular reichte, um auf Sendung zu gehen, wurden in Österreich die Höchststrafen für illegales Senden drastisch hinaufgesetzt – von 5.000 auf 100.000 Schilling. Und da allein in Wien zig Sender beschlagnahmt wurden, war deren Neubeschaffung nicht einfach und kostete einiges. In Kärnten folgte nach der Wahl die große Gleichschaltung: „Alles, was Landeshauptmann Haider nicht opportun war und nach seiner Pfeife getanzt hat, ist ausgehungert worden.“ Doch AGORA beschloss weiterzumachen. Fast zwei Jahre lang wurde der Radiobetrieb sonntäglich von Italien aus fortgeführt – aber nicht mehr mit großem Sender und Generator. Batterie und Antenne wurden im Rucksack auf den Berg gebracht. Diese Präsenz sei ein Hoffnungsschimmer gewesen: „Man hat gehört, dass es auch andere Stimmen gibt.“ Um diese anderen, kritischen Stimmen ist Peissl heute besorgt. Sie seien „ganz gelinde gesagt“ nicht erwünscht. Der aus dem kärntnerisch-italienischen Bergsender hervorgegangene Verein AGORA hat 1989 für die „anderen Stimmen“ geklagt – und zwar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Es ging um die Verletzung der Artikels 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention, um das Recht auf freie Meinungsäußerung und passive und aktive Informationsfreiheit. Am 23. November 1993 erklärte der EGMR das Rundfunkmonopol für gesetzeswidrig und hielt fest, dass bestimmte Publikumsgruppen (etwa Minderheiten) Zugang zum Rundfunk haben müssen. An dieser Stelle überspringen wir das harte Lobbying und die unermüdliche Arbeit vieler, aber auch die österreichischen „Lösungen“ – etwa der anfänglichen Abmachung des ORF und großer Zeitungen, dass er nach dem Monopolfall jeweils die größte Frequenz pro Bundesland bekommen würde – und schließen mit dem Jahr 1997, wo unter 43 ausgeschriebenen Lokalradiofrequenzen sieben an Freie Radios gingen. 1998 durften sie endlich legal senden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein anderes Medienverständnis.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einem gelben Sofa im 7. Wiener Gemeindebezirk räkelt sich ein kleiner Hund. Neben ihm sitzt die Geschäftsführerin des Verbands Freier Radios Österreich, Helga Schwarzwald – die Juristin trägt Undercut und eine schicke Brille. „Sind Sie der Wrabetz der Freien Radios?“ – „Na! Schauen’S mi o! Da gibt’s in vielerlei Hinsicht Unterschiede, die diesen Vergleich nicht wirklich sinnvoll erscheinen lassen. Aber ich bin gern die Schwarzwald der Freien Medien.“ Wie viele Menschen die vierzehn Freien Radios hören, weiß Schwarzwald nicht. 50 Prozent der Bevölkerung könnte Freie Radios empfangen, aber an Reichweitentests hätten sich die Freien nie beteiligt. Die Tests seien für kommerzielle Anbieter gemacht, zu teuer und nur auf Deutsch. Bei den Freien Radios zählen andere Parameter: Beispielsweise, wer Sendungen macht. „Ist das nicht wie im Internet, wo auch alle Medien schaffen können?“ – „Im Freien Radio bin ich mit denen, die im Netz leicht als Objekt des Hasses konstruiert werden, im selben Boot, auf einem Schiff – um eine pirat_innentaugliche Metapher zu verwenden,“ Schwarzwald erzählt von jungen Homosexuellen, von Asylwerber_innen und Minderheiten, von benachteiligten Frauen, die auf Freien Radios Sendungen bekommen – von Gruppen, über die sonst berichtet wird, statt sie selbst ans Wort zu lassen. Für ein Worst-Case-Szenario der Zukunft der Freien Radios brauche man nur nach Ungarn blicken, so Schwarzwald. Dort hat Viktor Orbán die Sende- und Förderkriterien so verschärft, dass die Freien der Reihe nach eingegangen sind. Doch lange will Schwarzwald nicht bei dem Szenario bleiben. Ihr fällt „Fürchte die Furcht“ ein. Diesen Spruch hat Stefanie Sargnagel für ein Radio Orange-Poster karikiert. Viel lieber als Furcht will Schwarzwald Wertschätzung, „schlicht und ergreifend verdammt noch mal Wertschätzung für diese positive Medienarbeit, die sonst niemand leistet.“ Das könnte ordentliche gesetzliche Berücksichtigung etwa mit Frequenzreservierung und angemessenen Förderrichtlinien sein. Doch davon ist im neuen Regierungsprogramm keine Spur, es wird nicht auf den nichtkommerziellen Privatrundfunk eingegangen. Erwähnt wird in der schwarz-blauen Neuauflage etwa der Punkt „Neue Organisationsstruktur der ausgelagerten Gesellschaften“ und dabei auf die RTR, die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, verwiesen. Das ist sowohl für den kommerziellen als auch für den nichtkommerziellen Privatrundfunk von Bedeutung. Denn die RTR-Medien verteilt Gelder aus dem Rundfunkfonds, die aus dem Bundesanteil der Rundfunkgebühren stammen. 15 Millionen Euro sind jährlich für kommerzielle Privatsender reserviert, 3 Millionen für nichtkommerzielle, davon ergehen ein Teil auch an community TVs wie Okto. Die RTR bestimmt aber weder die Höhe der Förderungen, noch wie es medienpolitisch weitergeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Reden ist Silber, Radiomachen ist noch schlechter bezahlt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Seit 20 Jahren senden wir in einem Zustand, der den kommerziellen Rundfunk zum Lachen bringen würde. Der bekommt fünfmal so viel fisnanzielle Zuwendung durch die öffentliche Hand. Wofür? Einen Musikteppich mit Uhrzeitansage?“, sagt Ulli Weish und verweist auf die 150 Sendungen, die bei ihnen laufen. Seit einem halben Jahr ist sie Geschäftsführerin von Radio Orange 94.0. Das größte freie Radio im deutschsprachigen Raum hat keine einzige Vollzeit-Kraft. Über die Fliesen der Orange-Redaktion streift der Hund des Tierrechtsaktivisten Martin Balluch auf der Suche nach Streicheleinheiten. Bei 150 Sendungen stellt man sich die Geschäftigkeit anders vor, es ist aber gemütlich. Während Tierrechtsradio auf Sendung geht, nimmt Simon Inou gemeinsam mit der Geschäftsführerin Weish ANDI auf. Das ist der Alternative Nachrichtendienst – einmal wöchentlich eine halbe Stunde läuft er auf Orange. Beim Einsprechen des Elements wird etwas improvisiert. Heute ist auch die Geschäftsführerin am Mikro im Aufnahmeraum und spricht ein. „Reden ist Silber, Radiomachen Orange“ lautet die plakative Kampfansage des Senders, sie ziert viele Möbel der Redaktion. Einstweilen werden die Tierrechtsaktivist_ inen von einem älteren Duo abgelöst – zwei Herren treten ein, als würden sie schweben. Einer sei weit über siebzig. Die Show, die Freitag zu Mittag ansteht, lautet Swingtime. Früher haben die zwei sicher brav unter der Discokugel getanzt. Vielleicht ja immer noch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zurück aufs gelbe Sofa.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Helga Schwarzwald will mehr Geld für den „dritten Sektor“. Medienminister Gernot Blümel hätte bereits als Mediensprecher der ÖVP verstanden, „dass wir zwar als Privatradios organisiert, aber eigentlich sehr stark im Bereich public service tätig sind.“ Ein kommerzieller Sender wäre gar nicht in der Lage, die Qualitäten der Freien zu erfüllen, er kenne keinen offenen Zugang, so Schwarzwald. Blümel verwendet das Wort Schuhlöffel oft – er will den ORF als Schuhlöffel für Private sehen. Schwarzwald leiht sich den Begriff: „Die Freien Radios sind der Schuhlöffel für den ORF, wenn es um die Versorgung der Volksgruppen geht.“ So produziert AGORA in Kärnten und der Steiermark Programm für die slowenische oder Radio OP in Oberpullendorf für die kroatische Volksgruppe. Der Ball liegt bei Blümel, die mehrmaligen progress- Anfragen zur Zukunft der Freien Radios blieben unbeantwortet. Dass die mit großem Tamtam angekündigte Medienenquete auch mit Beteiligung der Freien Radios stattfinden soll, ist für Schwarzwald klar. Einladung hat sie aber noch keine erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 17 Apr 2018 12:31:21 +0000</pubDate>
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 <title>Lady Death</title>
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&lt;p&gt;Eine Frau muss geschützt werden, neue Soldaten gebären und von der Heimat aus die Kriegsfront versorgen. Eine Soldatin ist heute wie damals die Ausnahme der männlichen Regel. Krieg, Gewalt und Brutalität stehen im künstlichen Widerspruch zu allen weiblichen Rollenbildern. Wenn wir heute eine Frau in Uniform stecken, ist diese im Normalfall knapp geschnitten und erfüllt keinen weiteren Zweck, als sexuelle Fantasien zu befriedigen. Aber warum eigentlich? Mal ganz abgesehen davon, dass Krieg abzulehnen ist, warum sollte es im Krieg männliche Privilegien geben? Kurz gesagt ist es eine Frage von Macht, denn was bedauerlicherweise immer galt und noch heute gilt: „Politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;IN DIE STIEFEL!&lt;/strong&gt; 1998 durchbrachen hierzulande erstmals neun Frauen diese Männerdomäne und rückten beim österreichischen Bundesheer ein. Bis dahin war es Frauen schlichtweg nicht erlaubt, Soldatin zu werden. Ganz ähnlich wie in vielen anderen Staaten der Welt. Während des Zweiten Weltkriegs waren Frauen keine regulären Soldatinnen, mit Ausnahme in den Sowjet-Republiken. Die Genossen und Genossinnen nahmen die Sache mit den „gleichen Rechten für alle“ (vergleichsweise) richtig ernst und ermöglichten den Bürgerinnen den freiwilligen Militärdienst. Die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter in der Sowjetunion wischte die veralteten Rollenbilder auch im Kommunismus nicht augenblicklich vom Tisch, dennoch waren die Kommunist_innen in Sachen Gleichberechtigung dem Rest der Welt um einiges voraus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herzen des „friedlichen“ Europas und als Teil einer Generation, welche Kriegsleiden nur vom Sensationsjournalismus kennt, wirkt die Vorstellung vom Kriegsdienst befremdlich. Bittere Realität war die Bedrohung durch einfallende Nazis 1941 für eine junge ukrainische Genossin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ADLERAUGEN.&lt;/strong&gt; Ljudmila Pawlitschenko war begeisterte Studentin der Geschichtswissenschaft, als ihr die Nationalsozialist_innen in die Quere kamen. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ meldete sie sich freiwillig zum Militärdienst. Anstatt ihrer Traumberufung weiter nachzugehen, nutzte sie ihr außerordentliches Talent als Präzisionsschützin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Zielsicherheit bemerkte sie mehr zufällig. So wie manche ins Kino gingen, amüsierten sich zu jener Zeit die jungen Erwachsenen auch am Schießstand. Als Ljudmila eines Tages gegen ihre Genossen in einem spielerischen Wettkampf eine fast perfekte Serie schoss, ermöglichte ihr der Schießbudenbesitzer eine Ausbildung als Scharfschützin bei der Roten Armee. Sie sollte die beste und gefürchtetste Scharfschützin im Zweiten Weltkrieg werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;MYTHOS LADY DEATH.&lt;/strong&gt; Insgesamt 309 Wehrmachtssoldaten, überwiegend Kommandanten und Führungskräfte, wurden von ihr getötet. Sie war einerseits eine wertvolle Soldatin der Sowjetunion, andererseits eine politische Waffe für die Aufrechterhaltung des Kampfgeistes. Stadt für Stadt rückten die Nazis vor und hinterließen nichts als Tod und Zerstörung. Die Wehrmacht ermordete im Ostfeldzug etwa 40 Millionen Sowjetbürger_innen, die Hälfte davon waren Zivilist_ innen. Der Mythos der unverwundbaren Scharfschützin stärkte den Widerstand und die Hoffnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;NACHTHEXEN.&lt;/strong&gt; Ljudmila wurde zum Idol kommunistischer Frauen, die sich wie sie nicht ängstlich versteckten, sondern aktiv gegen die Invasoren kämpfen wollten. Sie akzeptierten weder die passive Rolle noch ließen sie sich in den klischeehaften Sanitätsdienst drängen. Sie wollten kämpfen. Ljudmila war nicht die einzige berühmte Soldatin der Roten Armee. Die sogenannten „Nachthexen“ erzielten beachtliche militärische Erfolge bei den unzähligen riskanten Luftangriffen mit umgebauten Flugmaschinen aus der Landwirtschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf Feindesseite wurden Ljudmilas Trefferquote und ihr tödlicher Ruf zum Problem. Mittels Propaganda über ihren Tod sollte den Wehrmachtssoldaten die Angst vor ihr genommen werden. Scharfschützen wurden an die Ostfront geschickt, um sie auszuschalten. Kein einziges Duell verlor sie. Insgesamt 36 der besten Wehrmachtsschützen tötete Pawlitschenko. Während die Nazis sie als die „Russische Hure aus der Hölle“ fürchteten, wurde sie in den USA als „Lady Death“ gefeiert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;“Miss Pavilichenko’s well known to fame;&lt;br /&gt;Russia’s your country, fighting is your game;&lt;br /&gt;The whole world will love her for a long time to come,&lt;br /&gt;For more than three hundred nazis fell by your gun.”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der US-amerikanische Folksänger Woody Guthrie widmete ihr dieses Lied. Sie wurde als Teil der sowjetischen Delegation nach Washington eingeladen, wo sie für den Kriegseintritt der USA werben sollte. Zunächst wurde sie von der US-Presse belächelt und wegen ihres wenig glamourösen Auftretens kritisiert. Ein Reporter fragte sie, ob russische Soldatinnen an der Front Make-up tragen dürften. Sie erwiderte: „Es gibt keine Regel dagegen. Aber wer hat Zeit, über seine glänzende Nase nachzudenken, während ein Kampf tobt?“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während ihrer Reise traf Ljudmila auf die First Lady. Eleanor Roosevelt war offen von der Soldatin fasziniert und lud sie als erste Sowjetbürgerin ein, im Weißen Haus zu residieren. Die beiden Frauen aus so gegensätzlichen Gesellschaften blieben ein Leben lang befreundet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ljudmila war klug, talentiert, mutig und Kommunistin. So wurde sie zum Vorbild sowjetischer Frauen, sich auch in der klaren Männerdomäne Krieg und Militär ihren Platz zu nehmen und gegen den Nationalsozialismus zu kämpfen. 40 Jahre nach ihrem Tod wurde ihre außergewöhnliche Rolle im Zweiten Weltkrieg verfilmt. 2015 feierte die russisch-ukrainischee Produktion „Red Sniper“ Premiere und wurde ein Riesenerfolg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Christina Müller hat in Potsdam MilitaryStudies studiert und arbeitet im Büro für Sicherheitspolitik.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 20 Jun 2017 20:22:18 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Rave und Religion</title>
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&lt;p&gt;„Ich würde nur an einen Gott glauben, der es zu tanzen verstünde“, sagte Nietzsche. Ganz schön weise, denkt sich da die Technoide. Scheinen auf den ersten Blick religiöser Glaube und die Technoszene gegensätzliche Phänomene zu sein, kristallisieren sich jedoch bei genauerer Betrachtung einige Parallelen heraus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Religiöse Werte verlieren hierzulande zunehmend an Wichtigkeit. Wissenschaftlich wird von einem Gestaltwandel von Religion gesprochen. Die Relevanz und gesellschaftliche Präsenz verschiedenster Arten der Vergemeinschaftungen hingegen, Subkulturen, die an moderne Wertvorstellungen anknüpfen, gewinnen an Bedeutung. Besonders interessant ist die Technoszene, da es sich keineswegs um einen flüchtigen Trend, sondern ein Phänomen handelt, das einen festen Platz in der westlichen Gesellschaft hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SYNERGIEN.&lt;/strong&gt; In der modernen Gesellschaft verschwimmen zunehmend Sinnhorizonte, Indifferenz nimmt zu und Kontrastierungen werden entkräftet. Traditionelle Weltbilder erodieren und gemeinschaftlich gefasste Lebensstile zerfallen mehr und mehr. Will man Techno und Religion vergleichen, sind vor allem ihre Funktionen interessant. Der Soziologe Emile Durkheim untersucht grundlegende Formen des religiösen Lebens. Daraus leitet er unterschiedliche Funktionen von Religion ab und sieht diese als auf heutige Religionen übertragbar an. Die Hauptfunktion von Religion ist, die Welt für das Individuum zu strukturieren; ein Begriffssystem zu schaffen, mithilfe dessen die Welt vorstellbar und erklärbar ist. Außerdem prägt Religion das ethische Bewusstsein – sie lehrt die Menschen, „richtig“ zu leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Idee von Techno ist Freiheit und Spaß. Die Szene steht zwar einerseits im starken Gegensatz beispielsweise zu christlichen Moralvorstellungen, die in ihrer monotheistischen und puritanischen Beschaffenheit verantwortlich für die Regulierung alternativer kultureller Strömungen sind. Andererseits finden sich einige Parallelen. Solidarität und Zusammengehörigkeit sind sowohl in den Glaubensgemeinschaften als auch der Technoszene geteilte Überzeugungen, die von konstitutiver Kraft für die Weltanschauung der AnhängerInnen sind. Ein Kollektivgefühl, das sich als fühlbare Einheit äußert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz deutlich wird hier die Brücke zum Techno: Bei Events geht es darum, Teil eines Ganzen zu sein. Die Technoiden sprechen von „We are Family“. Insbesondere enge FreundInnenschaften fallen hier ins Gewicht, bieten sie doch Schutz, sich ausgelassen und schamlos dem Exzess hingeben zu können. Die Zugehörigkeit zur Technoszene beruht auf einer freiwilligen emotionalen Bindung der Mitglieder. Somit kann zwar von Unbeständigkeit gesprochen werden, dennoch ist in den Augenblicken der Verdichtung, beim dezidierten Ausleben des Technoiden, die Intensität von atemberaubender Stärke.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch Religion bewältigen wir Angst, sie hilft uns, unsere Identität zu bilden, macht den Kontakt mit dem Unbegreiflichen, dem Außergewöhnlichen möglich. Die funktionale Perspektive Durkheims wird durch Überlegungen von Franz-Xaver Kaufmann erweitert. Religionen helfen im Umgang mit Leid und damit, das Chaos der Welt durch Unterbrechungen des Alltags zu strukturieren, um so Mängel der ökonomisierten und digitalisierten Welt zu kompensieren. Überdies fungiert Religion auch als Kritik – so besteht eine Funktion doch im Aufbau von Gegenwelten wider als unmoralisch erfahrene Gesellschaftszustände.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;LOVE, PEACE &amp;amp; UNITY.&lt;/strong&gt; Ist die Technoszene scheinbar ein Ort des losen Zusammenkommens, des Spaßes, Exzesses, des Tanzes und Rausches, werden die von Kaufmann ermittelten Funktionen von Religion auf unterschiedliche Weise in ihr erfüllt. Insbesondere Jugendliche grenzen sich mit der Konzeption Techno von anderen Subkulturen ab und identifizieren sich mit den Gepflogenheiten der Szene. Persönliche Freiheit, die Verschiebung weiblicher und männlicher Körperbilder sowie das Spiel mit Geschlechterrollen stellen nur einige Beispiele dar, mit denen sich AnhängerInnen der Szene identifizieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die stark repetitive, physisch wahrnehmbare Musik und die Unterstützung derartiger Empfindungen durch den Konsum von Drogen entsteht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Im Wunsch nach Ekstase wird auch die romantizistische Tendenz der Szene deutlich. Sie ist ein Ort der Sehnsucht und Phantasie, wo die RaverInnen vor alltäglicher Verantwortung Zuflucht suchen. „Love, Peace und Unity“ lassen sich als Vorwegnahme des Paradieses begreifen. Zur Anleitung im Umgang mit Unglück bietet die Technoszene keine großen Theoriegebilde. Dennoch sprechen RaverInnen oft von ihrer „Familie“. In der Wissenschaft ist von einer „posttraditionellen Gemeinschaft“ die Rede, die nicht nur zum Hort von Zärtlichkeit wird, sondern auch praktische familiäre Funktionen übernimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht zuletzt zeigt sich in den Ursprüngen der Technoszene ihr Protestpotenzial. Sie steht für Toleranz, für Friedlichkeit. Mehr und mehr scheint das subkulturelle Protestpotenzial im Zuge der Kommerzialisierung abzunehmen. Nichtsdestotrotz versucht Techno auch heute noch unkonventionell, unkommerziell und anders zu sein. Der Untergrund – und das ist auch schön in Anja Schwanhäußers „Kosmonauten des Underground“ zu lesen – ist im stetigen Wandel. Das Freisein der Technoiden ist dabei oberstes Gebot.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was geht daraus hervor? Unterschiedliche Möglichkeiten bieten sich an, Bedürfnisse nach Strukturierung, nach Kontakt mit etwas Höherem, nach Gemeinschaft zu befriedigen. Techno ist scheinbar eine davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Charlotte Madden studiert Soziologie und Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Tue, 20 Jun 2017 19:23:53 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>„Fuck White Tears“</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/%E2%80%9Efuck-white-tears%E2%80%9C</link>
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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du bist nach Südafrika gefahren, um einen Film über die dortigen Studierendenproteste zu machen. Von mehreren deiner Protagonist*innen kommt die Kritik, dass diese „Art von Geschichten nicht von weißen Menschen erzählt werden sollten“. Wieso wolltest du gerade diese Geschichte erzählen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich studiere in München Dokumentarfilm, Regie und Fernsehjournalismus. Den Film machte ich im Rahmen eines Seminars. Die Universität wählt jedes Mal ein Land aus. In diesem Fall Südafrika. Als ich angefangen habe zu recherchieren, bin ich auf die Studierendenproteste gestoßen, auf eine junge Generation Südafrikas, die Anfang der 1990er geboren wurde, also nach der Freilassung Nelson Mandelas und seiner Ernennung zum Präsidenten. Diese Generation wird auch „Born Frees“ genannt. Es ist eine Generation, die angeblich frei ist und die gleichen Rechte wie Weiße haben sollte. Das Problem ist allerdings, dass sie diese Freiheit nicht wirklich erfahren. Viele sind täglich mit Gewalt konfrontiert, wohnen mit ihrer Familie auf engstem Raum, merken wie Weiße bei der Job- und Wohnungssuche bevorzugt werden. Sie sind tagtäglich mit Rassismus konfrontiert. Wenn man angeblich frei ist, das aber nicht so erlebt, ist es klar, dass die Frustration steigt. Schließlich hat man nur dieses eine Leben, diese eine Jugend, um Bildung zu erlangen, um zur Schule, zur Uni zu gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Copyright_Benjamin_Storck1.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2463-884LzzsTTXg&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Copyright_Benjamin_Storck1.jpg?itok=7VRYS2-8&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie kam es dann zu diesen Protesten und wie entwickelten sie sich weiter?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Studierendenproteste gehen schon länger, aber es gab mehrere Kampagnen, die sich parallel entwickelten. In meinem Film behandle ich den Beginn der Kampagne #RhodesMustFall. Rhodes war ein großer Kolonialherr, dessen Statuen noch in ganz Südafrika stehen. Das ist so, als ob man in Deutschland die Hitler-Statuen nicht abgerissen hätte. Darüber wurde noch nicht genug geredet, die Verarbeitungsprozesse in der Gesellschaft sind noch nicht vorangeschritten. Daher ging es los mit #RhodesMustFall, das entwickelte sich zu #ZumaMustFall und dann eben #FeesMustFall. Die Proteste stellten sich gegen die Regierung, gegen den Präsidenten und gegen Studiengebühren, um Gleichheit durch freie Bildung zu ermöglichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Weißt du, wie die Situation heute ausschaut?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Proteste gibt es nach wie vor. Das Problem ist in keinster Weise gelöst. Aber mein persönlicher Eindruck ist, dass deutlich mehr über die bestehenden Probleme gesprochen wird. Gleichzeitig geht es jedoch oft um die Frage, wie weit man für die Aufmerksamkeit eines Protestes gehen darf. Es wird viel über Gewalt gesprochen, die von den Demonstrierenden ausgeht und da bleiben die Inhalte manchmal auf der Strecke.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Letztendlich stehen nicht die Studierendenprostete im Fokus deines Films, sondern wie die Menschen dir begegnen. Wann hast du für dich entschieden, dass du nicht die Studierendenproteste, sondern dich in das Zentrum des Films stellst?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das war tatsächlich die erste Demonstration. Wir sind in Südafrika angekommen und es gab eine große Demonstration anlässlich der „State of the Nation Adress“ – also der großen Ansprache des Präsidenten zur Lage der Nation. Zu diesem Anlass gibt es jährlich große Demonstrationen. Es ist fast schon eine Tradition, dass die Gegner des Präsidenten auf die Straße gehen. Dort haben wir nach Studierenden gesucht, die auch demonstrierten. Als wir die Studierenden fanden, wurden wir angegriffen dafür, dass wir als Weiße mit der Kamera auf sie zeigen und sie – nach Wortlaut eines Protagonisten – zu Tiere degradieren, auf sie runterschauen, nur um eine gute Geschichte zu bekommen. Das war die erste Konfrontation. Ich nahm das sehr ernst und mir war sofort klar, dass ich keinen Film mehr über die Studierendenproteste dort machen kann, wenn ich von den Studierenden gesagt bekomme, dass das unmöglich ist, was ich hier mache. Danach gab es eine kleine Krise bei mir. Ich bin zum Entschluss gekommen, das Konzept zu ändern: Nicht mehr die Studierenden stehen im Fokus, sondern meine Erfahrung und damit auch ich als Protagonistin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Copyright_Benjamin_Storck7_0.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2464-884LzzsTTXg&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Copyright_Benjamin_Storck7_0.jpg?itok=-6Fmx8g6&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aber du sagst selber „Fuck White Tears ist ein Film über einen Film, den ich nicht machen kann, weil ich weiß bin“, trotzdem gibt es ihn.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist es immer noch ein großes Paradox, dass es den Film gibt, weil es genau so ist, wie du sagst: Es ist ein Film, den ich nicht machen kann und trotzdem existiert er. Auch im Schnittraum war es für mich noch wochenlang eine große Schwierigkeit, dass ich Leute am Bildschirm sehe, die mir sagen, dass ich den Film nicht machen darf. Natürlich war das schwierig und natürlich habe ich darunter gelitten. Aber ich bin ganz froh darüber, da durchgegangen zu sein. Mir haben auch Freunde erzählt, dass sie sich die ganze Nacht gestritten haben, nachdem sie den Film sahen. Das ist meine Legitimation: Ich hoffe, dass die Diskussionen und die Erkenntnisse, die die Zuschauer in Europa, aber auch die weißen Zuschauer in Südafrika haben, es wert sind, diesen Film gemacht zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Kritik im Film an dich als europäische, weiße Filmemacherin war auch, dass du nach Südafrika kommst, dir die Geschichte holst und dann nicht mehr zurückkommst. Lief der Film auch in Südafrika? Hast du ihn auch deinen Protagonist*innen gezeigt? Wie war die Reaktion?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist das Zurückkommen, wie es die Protagonisten genannt haben, kein persönliches Zurückkommen. Ich glaube, dass es mehr um die Frage geht, was ich danach für sie mache. Am Ende des Films kommt die Aussage, dass ich mit meiner Botschaft zu anderen Weißen gehen, ihnen erzählen soll, was ich gelernt habe – in der Hoffnung, dass auch sie etwas lernen. Trotzdem versuche ich, den Film in Südafrika zu zeigen. Zethu Matebeni hat ihn zweimal in ihrer Klasse gezeigt. Wahrscheinlich hat sie ihn danach auseinandergenommen, aber es wird auch irgendetwas drinnen sein, von dem die Menschen etwas mitnehmen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du sagst, dass du froh über die Erfahrung bist. Hat „Fuck White Tears“ auch deine Arbeit, deinen Zugang zum Filmemachen verändert?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Auf jeden Fall. Ich habe das Gefühl, ganz viel mitgenommen zu haben, auch für aktuelle Projekte. Gerade arbeite ich mit einer Freundin, die unter Depressionen leidet, an einem Film zu eben diesem Thema: Depressionen. Durch „Fuck White Tears“ habe ich gelernt, dass ich nicht einfach einen Film über jemanden machen kann, sondern es viel wichtiger ist, einen Film mit jemanden zu machen. Ich wusste das zwar in der Theorie, aber konnte es nicht umsetzen. Beim Film über Depressionen stelle ich mir die gleiche Frage: Darf ich als „Gesunde“ einen Film über „Kranke“ machen und wenn ja, wie?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Film „Fuck White Tears“ ist online auf dem &lt;a href=&quot;https://vimeo.com/177627840&quot;&gt;Vimeo Channel des Seminars Close Up der HFF München&lt;/a&gt; und auf dem &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/channel/UC8tG5f2XGAGF3jFYJ3Ytxxg&quot;&gt;Dok.network Afrika YouTube Channel&lt;/a&gt; verfügbar.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;iframe allowfullscreen=&quot;&quot; mozallowfullscreen=&quot;&quot; src=&quot;https://player.vimeo.com/video/177627840&quot; webkitallowfullscreen=&quot;&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;338&quot; frameborder=&quot;0&quot;&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Valentine Auer arbeitet als freie Journalistin in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 13 May 2017 11:48:16 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">1130 at https://progress-online.at</guid>
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 <title>Die unerträgliche Leichtigkeit des Patienten-Seins</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/die-unertr%C3%A4gliche-leichtigkeit-des-patienten-seins</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2453&quot; class=&quot;file file-image file-image-png&quot;&gt;

        &lt;h2 class=&quot;element-invisible&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/file/2453&quot;&gt;Klientin_Patientin_DRUCK.png&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
    
  
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&lt;p&gt;Wer bei einem „Klienten“ zuerst an eine Person denkt, die mit juristischer Vertretung die Höhe von Nachbars Gartenzaun urgiert oder im Rosenkrieg um Kind und Kegel streitet, wird bei einem Blick in aktuelle Fachliteratur der klinischen Psychologie und Psychotherapie überrascht sein. Ob im Kurzlehrbuch oder im psychotherapeutischen Wörterbuch, wo lange Zeit von Patientinnen die Rede war, wimmelt es seit Jahren zunehmend von „Klienten“. So kritisiert „Psychology Today“ am traditionellen Ausdruck der Patientin, dass dieser zu Unrecht eine Person bezeichne, die im Sinn des medizinischen Krankheitsmodells als beschädigt, labil, kurzum als psychisch krank gelte. Dementsprechend ist auch von begriffsimmanenter Stigmatisierung und einem unangemessenen therapeutischen Machtverhältnis die Rede, die es zu überholen gelte. Ist die „Klientin“ also nun Zeichen einer sprachsensiblen Emanzipation psychisch beeinträchtigter Menschen? Könnte es so einfach sein? Oder besser: Sollte es?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;DIENSTLEISTUNG UND INTERESSENSVERTRETUNG.&lt;/strong&gt; Beginnen wir von der ökonomischen Seite: Wenn man sich das Wort „Klient“ auf der Zunge zergehen lässt, schmeckt es irgendwie bitter nach Dienstleistung. Doch trotz des verständlichen Anstoßnehmens daran, dass eine so persönliche Angelegenheit wie Psychotherapie derart reduzierbar sein könnte, entspricht der Begriff den objektiven Gegebenheiten. Die damit verbundene Kränkung sei jeder idealistischen Psychotherapeutin zunächst gegönnt, um dem Narzissmus in Bezug auf die eigene Profession die bittere Wahrheit der Verhältnisse entgegenzusetzen. Denn schließlich holt man sich in der Sprache des Kapitals auf der Couch genauso eine Dienstleistung ab wie beim Installateur. Somit könnte man meinen, dass der „Klientin“-Begriff nur Symptom der konsequenten Durchsetzung der Verdinglichung auf sprachlicher Ebene ist, sich eine idealistische Kritik an ihm somit notgedrungen als verblendet herausstellen muss und sich die Sache damit erledigt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch dass sich darin die Intention des Begriffsaustauschs nicht erschöpfen soll, zeigen die ihrerseits idealistischen Befürworter wie der Psychologe Diether Höger im Lehrbuch „Gesprächspsychotherapie“, die die „Klientin“ auf keinen Fall rein ökonomisch verstanden wissen wollen, sondern denen es dabei um (linguistisches) „Empowerment“ zu gehen scheint. Aber wo mit solch einer Dringlichkeit „Power“ herbeigeschafft werden muss – völlig abgesehen von der Problematik, sprachliche mit gesellschaftlichen Modifikationen gleichzusetzen – scheinen Gefühle der Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ratlosigkeit offenbar nicht aushaltbar zu sein. Doch genau aufgrund dieser Gefühle begeben sich Menschen in Psychotherapie und diese gilt es sowohl für Patient als auch für Therapeutin erst einmal auszuhalten, um sie bearbeitbar zu machen. Ein solches Unterfangen benötigt Ausdauer und Geduld – Eigenschaften, die im Begriff des Patienten (lat. patiens: ertragend, ausdauernd, geduldig) treffenderweise bereits enthalten sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So scheint es also, als ob man sich mit der „Klientin“ bereits im Vorhinein jenes Teiles der Patienten entledigen will, welcher eigentlich der von Relevanz ist, nämlich der störende kranke. Der Wunsch nach Entpathologisierung um jeden Preis, die banale sprachliche Aufwertung dessen, was die Patientin an „Krankem“, sprich an Leid mitbringt, mündet im Versuch dessen sofortiger Aufhebung. Mit dem „Klienten“ wird die Psychotherapie von der Heilbehandlung zur reinen Interessensvertretung. Thomas Rosemann bezeichnet dies in einem NZZBeitrag zutreffend als „sprachliche Verschleierung“: „Wenn wir glauben, einen Patienten auch Patienten zu nennen, sei abwertend, dann bedeutet das, dass Kranksein ein minderwertiger Zustand ist“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;KLIENTELISMUS ALS HUMANISMUS.&lt;/strong&gt; Und damit ist man beim Knackpunkt angelangt, nämlich der ideologischen Annahme der humanistischen Psychologie, dass es statt psychischer Krankheit im herkömmlichen Sinn lediglich innere Blockaden bzw. „Inkongruenzen“ gibt. Und dass man anstatt mit einer klassischen Therapie der nur vorübergehend im psychischen Morast steckengebliebenen „Klientin“ (und hier stimmt der Begriff dann wirklich) nur durch ein bisschen Coaching zur Durchsetzung ihrer Selbstverwirklichungstendenz verhelfen muss. Die „Klienten(!)zentrierte Psychotherapie“ nach Carl Rogers subsumiert die praktische Vollendung dieses Gedankens bestens, der auch von gesellschaftlichen (Zwangs-)Zusammenhängen schlichtweg nichts wissen will. Anstatt berechtigterweise die gesellschaftliche Ächtung psychischen Leidens anzuprangern, zeigt sich hier die Assimilation an jenen Verblendungszusammenhang, der jegliches Leid im Subjekt aufzulösen versucht. Die Möglichkeit eines kritischen Verständnisses der individuellen und gesellschaftlichen Umstände, die das Individuum überhaupt zum Leiden bringen, wird so negiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist auffallend, dass die Psychoanalyse in ihrer praktisch-klinischen Anwendung eine der wenigen Psychotherapie-Schulen ist, die bislang größtenteils am Gebrauch des „Patientinnen“-Begriffs festzuhalten scheint. Es lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob es sich dabei um eine bewusste Abgrenzung zum thematisierten Jargon handelt oder ob die Psychoanalyse an dieser Stelle im besten Sinne zurückgeblieben ist und jenem im Laufe der Zeit ebenso erliegen wird. Jedoch könnte sich hier der kleine, aber feine Unterschied in der nur auf den ersten Blick ähnlichen Bestrebung zeigen, mit einem pathologisierenden Krankheitsbegriff zu brechen. Denn im Gegensatz zum humanistischen Versuch nähert die Psychoanalyse die Pole von „normal“ und „pathologisch“ soweit einander an, dass sie, wenn überhaupt trennbar, maximal als Kontinuum begreifbar sind. Zentral ist hierbei die Beobachtung, dass dem vermeintlich „Gesunden“ etwas „Krankhaftes“ innewohnen und sich gleichzeitig im „Kranken“ etwas beruhigend „Gesundes“ offenbaren kann. Und dass somit neben den vielfältigen individuellen Bedingungen ein jeder zuerst und zuletzt immer auch an den Verhältnissen krankt. Dementsprechend ist es gerade die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Psychotherapie und der damit (hoffentlich) verbundenen Regression endlich einmal schamlos als Patientin fühlen und das eigene Leiden voll entfalten zu können, die den Weg zu mehr psychischer Autonomie ebnen kann – und zwar ohne die einen ohnehin schon permanent umgebende Forderung danach, jederzeit ein unabhängiger, entscheidungssicherer und selbstkundiger „Klient“ zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lea Wiese studiert Psychologie an der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Fri, 12 May 2017 19:43:26 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Marco Polo und der Camping-Bus</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/marco-polo-und-der-camping-bus</link>
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&lt;p&gt;Reisen stammt laut Duden aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutete lange Zeit Aufbruch, (Heer-) Fahrt oder auch (Heer-)Zug, verweist also bereits etymologisch auf etwas, das sich von einem zu einem anderen Punkt bewegt und ein entferntes, meist unbekanntes Ziel ansteuert, das – durchaus auch militärisch – erschlossen werden soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;REISELITERATUR.&lt;/strong&gt; Aus der historischen Reiseliteratur geht zunächst hervor, dass das Reisen lange Zeit mehr Qual als Erholung bereitet hat und dass es außerdem nie funktionsfrei war. Die Reiseliteratur hat frühe Wurzeln: Der Indienraubzug Alexander des Großen wurde vermutlich erstmals im 3. Jahrhundert n. Chr. von dem Hofhistoriografen Kallisthenes anhand einer biografischen Nacherzählung literarisch gefasst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Zuge der Erschließung neuer Handelsmärkte wurde fortan gereist – die Reiseliteratur galt künftigen Entdeckern als Leitfaden. Der erst 17jährige Marco Polo begleitete seinen Vater Niccolò auf einer 24 Jahre andauernden Reise, die erst 1295 ihr Ende nehmen sollte. Infolge einer Seeschlacht geriet er in genuesische Kriegsgefangenschaft und diktierte dort seine Erlebnisse einem Mitgefangenen. In den Büchern finden sich ausgiebige Landschaftsbeschreibungen, darüber hinaus berichtet er aber auch über religiöse Sitten und Herrschaftsverhältnisse. Columbus studierte vor seinem Aufbruch in die Neue Welt Marco Polos Schriften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Reisen erfolgte selten aus freiwilligem Antrieb: Matrosen, die heute gerne romantisiert werden, waren meist schwer für die langwierigen Schifffahrten zu begeistern, die Lebensumstände auf und unter Deck eine Tortur. Oft zwang man auf Fernreisen Ganoven, Taugenichtse, Verbrecher, Sklaven und andere, die man in der Alten Welt nicht vermisste, unter majestätischer Flagge in See zu stechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;REISEINDUSTRIE.&lt;/strong&gt; Alsbald stellte sich auch das Reisen unter das Joch des Kapitals – aus der Tortur wurde ein Privileg. Bäderreisen galten im 18. Jahrhundert als Vorrecht von ArtistokratInnen und Beschreibungen dienten der schnellstmöglichen Route, ohne Landschaftsbeschreibungen und Sightseeing- Tipps. In dem 1836 erschienenen „Red Book“ von John Murray sind allerdings schon erste Sehenswürdigkeiten und romantische Wegrouten notiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert war die Erschließung bislang unbekannter Flecke nicht mehr nur der Aristokratie vorbehalten, sondern auch dem aufstrebenden BürgerInnentum. Im Juli 1841 organisierte Thomas Cook als Erster eine, heute vielleicht so zu bezeichnende, Pauschalreise; vier Jahre später gründete er sein bis dato bekanntes Reisebüro, um die Bedürfnisse breiter kleinbürgerlicher Schichten zu bedienen. Reisen wurde alsbald zur Industrie, indem es sich dem Massentourismus öffnete. Der Campingtourismus der 1950er und ‘60er als Freizeitprogramm markiert den Höhepunkt der Reiseindustrie. Der VW-Bus – das romantisierende Sinnbild der Ferne. Doch das Reisen war auch hier nie funktionslos, diente nie dem einfach Schönen, es war – wie alle freie Zeit – auf die Reproduktion der Arbeitskraft ausgelegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Reisen war in der Moderne nie unabhängig vom Status der Reisenden zu sehen, denn diese schöpfen einen Mehrwert aus der Fahrt. Die Person selbst, wie Hans Magnus Enzensberger feststellte, tritt neben das Reiseziel und allein das soziale Prestige zählt: „Zum Programm der touristischen Reise gehört als letzter Punkt die Heimkehr, die den Touristen selbst zur Sehenswürdigkeit macht.“ 1950 mokiert der Vielreisende Gerhard Nebel in seinem Buch „Unter Kreuzrittern und Partisanen“ am Massentourismus, dass ein Land, das vollständig touristisch erschlossen wurde, nur noch eine Kulisse bilden würde, und behauptete, es gäbe eine dämonische Kraft des Reisens. Sein Groll brach sich gegen PauschaltouristInnen Bahn, die wie eine Krankheit über ihre Reiseziele hereinbrechen würden. In dieser Kritik äußert sich eine Abscheu gegenüber der Moderne und der Öffnung von Reisemöglichkeit auch für nicht-Privilegierte. Verachtet wird das Reisen der Unterschichten“ – Pauschaltourismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;POST-TOURISMUS.&lt;/strong&gt; Der Urbanist Johannes Novy charakterisiert die „Post-TouristIn“ – ein Modewort – als eine Person, die es vermeidet, in Hotels zu übernachten. Sie sei nicht interessiert an den wichtigen touristischen Attraktionen, sei auf der Suche nach unkonventionellen Erfahrungen und vertreibe sich die Zeit in angesagten Nachbarschaften. In der Sendung „Urlaub XXL – Europa macht frei!“ auf Arte wird erklärt, dass die Post-TouristIn sich „in der Stadt verlieren“ und hinter die „Fassade sehen“ möchte. Bei genauerer Betrachtung kann und will sie dem Alltäglichen überhaupt nicht mehr entfliehen, da sie dem alltäglichen Trott nur an anderem Ort nachgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Berlin, so gibt ein Guide für Post-TouristInnen zu verstehen, besuche man daher Hinterhöfe, Berliner Cafés und Flohmärkte – es wird jenes bestaunt, was es in jeder beliebigen größeren Stadt zu sehen gibt. Der Post-TouristIn geht es nicht um Erholung oder die Abwesenheit des Alltags, sondern um das Erlernen einer Sprache, sie nützt den Aufenthalt für die Arbeit oder das Studium. Dies wird sodann als authentische Erfahrung verkauft und nicht als das, was es erscheint: eine Selbstoptimierungskampagne, um sich in der (meist) akademischen Arbeitswelt besser zu platzieren. Reisen war und ist nie unabhängig von einer Funktion. Der Post-Tourismus betreibt die Ausweitung der Arbeitswelt ins Unendliche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;David Hellbrück ist freier Autor und Verleger und studiert u.a. Philosophie in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Thu, 11 May 2017 18:19:09 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Generacija ‘68: Die erste große Liebe</title>
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&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;group-content-sidebar field-group-div&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-content field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;„Was mich betrifft, gibt es keinen Grund ‘68 zu feiern. Ich bin nicht beeindruckt von euren Sit-ins in Kantinen, von euren gehaltenen Reden. Und ja, ‘68 war ein wichtiges Jahr, aber nur, weil es euer Jahr war und auch euer Jahr blieb. Sonst blieb nichts davon übrig.“&lt;/strong&gt; Das sind die Worte von Mac. Mac ist der Schwiegersohn des kroatischen Filmemachers Nenad Puhovski. Die jüngeren Familienmitglieder sticheln den Filmemacher und seinen Glauben an die ‘68er Bewegung immer wieder. Zeit, seine Gefühle für die Bewegung der 1968er, filmisch zu verarbeiten, seine alten Freund*innen, die allesamt zum Kern der linken Studierendenproteste zählten, zu besuchen und sich gemeinsam zu erinnern. Puhovski im Gespräch über große Gefühle, die Rolle Titos in der Bewegung, über die Transformation vom Sozialismus zum Kapitalismus und über das Scheitern heutiger Proteste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;In Ihrem Film „Generacija ‘68“ („Generation ‘68“) sieht man bereits einen Teil der Entstehungsgeschichte des Films. Sie waren selber ein Teil der Studierendenproteste und stoßen heute teilweise auf Unverständnis vonseiten der jungen Generation. Wieso wollten sie ausgerechnet einen Film über diese Generation machen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich vergleiche die Bewegung 1968 gerne mit der ersten große Liebe. Wenn du das erste Mal verliebt bist, glaubst du, dass es ewig so sein wird. 25 Jahre später triffst du diese große Liebe wieder und sie ist verheiratet mit jemanden, den du blöd findest, hat drei Kinder und erkennt dich fast nicht wieder. Du fragst dich, wie du in diese Person verliebt sein konnte. Dieses Gefühl hatte ich damals auch, es war für mich, für unsere Generation, die erste Liebe, die man nicht vergisst. Heute sind die Proteste der 68er, insbesondere im ehemaligen Jugoslawien, fast vergessen. Wenn ich mit meinen Kindern und Enkelkindern rede, wird mir klar, dass sie die Bewegung von damals nicht verstehen. Daher wollte ich meinen Kindern und dieser Generation erzählen, dass es für uns etwas sehr Wichtiges war. Es war eine Art von Erotik in Bezug auf die „Revolution“, in Bezug auf das Ändern der Welt. Denn es war nichts weniger als der Versuch, die Welt zu verändern, auch wenn wir nicht erfolgreich waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie adressieren die junge Generation direkt und fragen, was heute von 1968 übrig ist. Oft lautet die Antwort „Nichts“. Gleichzeitig vergleichen Sie die damalige Bewegung mit heutigen Protesten wie der „Occupy“-Bewegung. Welche Parallelen können gezogen werden, welche nicht?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Es gibt heute nur wenige Bewegungen, die so global orientiert sind wie die 68er – „Occupy“- ist eine davon. Wir haben daran geglaubt, dass wir nichts auf lokaler Ebene ändern können, wenn wir nicht das System verändern. Die Generation meiner Kinder glaubt an kleine Schritte, an die Veränderung einzelner Ebenen. Natürlich unterstütze ich Demonstrationen für die Rechte Homosexueller, aber ich glaube nicht, dass sich dadurch etwas substantiell ändern kann. Und wenn mich heute die Menschen fragen, was der 68er Bewegung passiert ist, gibt es für mich nur eine Antwort: Kapitalismus. Und diesen Fakt konnten wir nicht ignorieren. Wir konnten nicht sagen, dass gegen den Kapitalismus anzukämpfen ein zu großer Kampf ist. Das System im Großen zu verändern war es, an das wir glaubten. Das war es, was wir machen wollten und das war es, an dem wir scheiterten. Und dennoch, glauben wir immer noch, dass es möglich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Copyright_Benjamin_Storck7.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2434-884LzzsTTXg&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Copyright_Benjamin_Storck7.jpg?itok=Sh5qqTbT&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kapitalismus und Sozialismus werden in Ihrem Film auf verschiedene Arten thematisiert: Eine der Protagonist*innen sagt, dass sie solidarisch mit den Revolutionär*innen im Westen ist, aber eine Revolution in einem sozialen Regime keinen Sinn mache. Eine andere Person meinte, dass es eine linke Bewegung braucht, weil der Sozialismus nicht radikal genug war. Können Sie diese Beziehung zwischen der 68er-Bewegung und dem sozialistischen Regime kommentieren?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;In unserer Meinung näherte sich der Sozialismus zu sehr an den Kapitalismus an. Unsere Botschaft war, wir wollen keinen Kapitalismus, wie wollen Sozialismus – aber „Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht“, wie wir es nannten. Die ersten kapitalistischen Züge sahen wir an unseren Eltern, gegen die wir rebellierten. Unsere Eltern hatten noch all die Narben aus dem zweiten Weltkrieg und sagten sich danach „Fuck it! Wir wollen ein Leben haben, wir wollen ein Haus, ein Auto.“ Und dann kamen wir Kinder und erinnerten sie daran, gegen was sie kämpften und fragten, wieso sie jetzt all diese Konsumgüter haben müssen. Damals verstanden wir nicht, dass es manchmal einfach um das Vergessen ging. Für uns war es ein Zeichen, dass es in Richtung Kapitalismus ging. Es wurde wichtiger, ein Sommerhaus zu besitzen als das Geld umzuverteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Trotz dieser Kritik am damaligen Sozialismus gab es eine Art „Unterstützung“ vonseiten des damaligen jugoslawischen Präsidenten Titos.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Tito war ein großartiger Politiker, weil er ein großartiger Manipulator war. Das einzige Ziel von Politik ist Machterhalt. Darin war er sehr gut und zwar nicht in erster Linie durch Unterdrückung, die es natürlich auch gab. Aber er wusste, wen er unterstützen musste, um im Gegenzug auch Unterstützung zu erhalten. Dazu kam, dass er Charme hatte. War er ein Demokrat? Nein. War er ein Diktator? Jein. Aber trotzdem, die Leute liebten ihn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Diese Art Unterstützung gab es auch nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die damalige Tschechoslowakei. Die linke Bewegung – so auch Sie – befand Sich zu dieser Zeit in der „Sommerschule“ der Philosophie auf der Insel Korčula, die von der marxistischen „Praxis-Gruppe“ veranstaltet wurde. Auch Intellektuelle wie Herbert Marcuse oder Ernst Bloch waren da. Wie haben sie diesen Moment – als sie vom Einmarsch erfuhren – erlebt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wir wussten sofort, dass es das Ende war. Wir hatten die damaligen wichtigsten Intellektuellen aus aller Welt hier. Wir verfassten innerhalb einer halben Stunde ein Statement um zu sagen, dass wir dagegen protestieren. Der Einmarsch war nicht nur gegen die Tschechoslowakei gerichtet, sondern eine Nachricht an uns alle. Sie wollten sagen, passt auf, was ihr macht. Und es gab eine Art „Semi-Unterstützung“ von Tito, weil er wusste, dass er unsere Unterstützung im Notfall braucht. Sollte die Rote Armee an die jugoslawische Grenze kommen, braucht er junge Leute, die sofort für Jugoslawien kämpfen würden. Die jugoslawische Armee alleine hätte das nicht geschafft. Ein weiterer Grund, wieso er die Studierendenproteste nicht zerschlug, war meiner Meinung nach, dass wir auch eine Art Erbe darstellten. Vielleicht kann ich nach dieser Aussage nicht wieder zurück nach Kroatien fahren (lacht), aber ich glaube Tito war damals schon bewusst, dass es eine große Wahrscheinlichkeit für den Zerfall Jugoslawiens nach seinem Tod gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Copyright_Benjamin_Storck6.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2435-884LzzsTTXg&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Copyright_Benjamin_Storck6.jpg?itok=Vqt9_eq1&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stattdessen kam – wie Sie bereits damals geahnt haben – der Kapitalismus.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ja, und es gibt heute noch viele Menschen, die sagen, dass wir zwar nicht so viel Freiheit im Sozialismus hatten, dafür Sicherheit, bessere Schulen, ein besseres Gesundheitssystem. Was der Preis wofür ist, ist eine andere Diskussion. Aber es stimmt, dass die Industrie der ehemaligen ex-jugoslawischen Staaten zerstört wurde, zu einem großen Teil auch das Bildungssystem, teilweise das Gesundheitssystem. Und es gibt sehr viel Korruption. In den 1990ern gab es in Kroatien ein großes Referendum, in welchem die Menschen gefragt wurden, ob sie ein unabhängiges Kroatien wollen. Die meisten sagten ja. Aber es gab keine zweite Frage. Nämlich die Frage, ob die Menschen Kapitalismus haben wollen. Es gab kein Referendum darüber, ob das sozialistische System geändert werden soll. Viele der Menschen wussten nicht, dass mit dieser Form der Unabhängigkeit auch die Transformation in ein kapitalistisches System einherging. Und ja, es gibt Demokratie, aber heute ist die Vorstellung davon, was Demokratie ist, sehr vereinfacht: Es gibt freie Wahlen und das ist es.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie würden Sie dann die Frage, was von den 68ern übrigblieb, selbst beantworten?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Es war ein Traum, den wir lebten. Ein Traum, den wir liebten. Ein Traum, aus dem wir aufwachten. Und wir sind immer noch Traumwandler und werden es bis zu unserem Tod sein. Dessen sind wir uns bewusst. Um zurück zur ersten große Liebe zu kommen: Oft ist es so, dass du dein eigenes Gefühl verliebt zu sein, mehr magst als die Person. Zyniker*innen würden sagen, dass du dein eigenes, dein verliebtes Ich, liebst. Aber das ist ein Teil der Liebe. Diese Liebe, diese Freude war es, die unsere Köpfe bewegte und die ich mit diesem Film weiterreichen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zur Person: &lt;/em&gt;Nenad Puhovski studierte Soziologie, Psychologie sowie Filmregie. Als Regisseur arbeitete er an mehr als 250 Theater-, Film- und Fernsehproduktionen. Seine Dokumentarfilme fokussieren meist gesellschaftspolitische Themen. Zudem ist er Gründer sowie Direktor von „ZagrebDox“, dem größten Dokumentar-Filmfestival in der Region und leitet als Professor ein MA-Programm zu Regie und Produktion im Dokumentarfilm-Bereich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Valentine Auer lebt als freie Journalistin in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 10 May 2017 18:37:02 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Im Herrenhaus des Horrors</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/im-herrenhaus-des-horrors</link>
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&lt;p&gt;Belas ist ein beschauliches Dorf. Doch auf halbem Weg zwischen Lissabon und Sintra gelegen, hat es sich binnen eines Jahres zur Pilgerstätte für LiebhaberInnen gruseliger Erfahrungen gemausert. Unweit der alten Kirche und des noch älteren Friedhofs steht das mondäne Herrenhaus Quinta Nova da Assunção aus dem 19. Jahrhundert. Die rosa Farbe trügt. Nicht grundlos hört man von weitem angsterfüllte Schreie. Die Lokalpresse widmete sich über die vergangenen Dekaden angeblichen paranormalen Erlebnissen, die hier einst BewohnerInnen, HandwerkerInnen und BesucherInnen widerfahren seien. Was davon wahr ist und was erfunden, lässt der Initiator des Projekts Geisterhaus, Michel Simeão, im Gespräch mit &lt;em&gt;progress&lt;/em&gt; offen: „Dass Freimaurer- Logen im Haus Rituale durchgeführt haben, ist belegt. Und in den nahen Gräbern liegen Gebeine von Tempelordensrittern“, bekräftigt Simeão, der das mehrfach preisgekrönte junge Theaterkollektiv „Teatro Reflexo“ mit Sitz in Sintra leitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SPUKHAUS-WARTELISTE.&lt;/strong&gt; Auf die Idee, in Portugal Schockeffekt- Theater zu produzieren, kam Simeão in Irland, wo er 2011 geführte Touren zu schaurigen Orten unternahm. In Belas gehen er und sein 13-köpfiges Team aus SchauspielerInnen, Laien und TechnikerInnen viel weiter, seit sie das Geisterhaus-Projekt im Juni 2015 begannen. Mehr als 6.000 BesucherInnen empfing man seither. Knapp nochmal so viele stehen aktuell auf der Warteliste. Trotz der hohen BesucherInnenzahlen ist das Projekt kein leichtes Unterfangen im Portugal der Post-Troika-Rettung, wo man als SchauspielerIn oder TheatermacherIn kaum Chancen auf staatliche Förderungen hat. „Es waren harte Jahre“, weiß Simeão: „Das Letzte wofür meine Landsleute Geld aufwenden, ist Kultur. Selbiges gilt für den Staat.“ „Verstehen Sie Portugiesisch?“, fragt Simeão und warnt: „Sonst gehen Sie im Spukhaus verloren. Die per Audio-Guide geführte, sekundengenau abgestimmte Tour gibt es nur auf Português.“ Einmal drinnen, gibt es kein Entrinnen. Tür für Tür, Gänge entlang, Treppen hinauf, tastet man sich wie in den Resident-Evil-Computerspielklassikern vor. Die Sinne schärfen sich im Dunkeln. Geruch nach Flohmarkt, Modrigem bis Verdorbenem, gar Verwesendem umnebelt einen. Was das Auge im Kerzenschimmer nicht zu eruieren vermag, übernehmen das Ohr, die Nase oder eben die Haut. Wenn Spinnweben über das Haar streifen oder eisigkalter Atem einem in Genick und Ohr bläst, gefriert das Blut in den Adern. Der anfangs amüsante Gänsehautfaktor verwandelt sich in Panik. „Angstschweiß lockt wilde Tiere“, wird einem ins Ohr geflüstert. Hundebellen ertönt hinter der Türe, von der man erhoffte, sie gebe den Fluchtweg frei. Geschirr fällt zu Boden. Schritte nähern sich. Erst schlurfend, hinkend, und auf das Kommando „Verlass den Raum so rasch du kannst!“, einer 100-Meter-SprinterIn gleich. Die Klinke senkt sich quietschend. Nichts wie weg, sagt einem der Instinkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/S15-Geisterhaus01.JPG&quot; title=&quot;Foto: Jan Marot&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2388-3xqJD3nrOKA&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Jan Marot&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Jan Marot&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; alt=&quot;Foto: Jan Marot&quot; title=&quot;Foto: Jan Marot&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/S15-Geisterhaus01.JPG?itok=08OGNxiT&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;KINDHEITSÄNGSTE.&lt;/strong&gt; Durchatmen ist nur angesagt, um das eine oder andere Rätsel in Teamarbeit oder im Alleingang zu lösen, während der nächste Schockmoment nur Zentimeter entfernt wartet. „Dort, hinter dem Ohrensessel, neben dem Ehebett, dort ist mein Versteck“, scherzt Lavínia Roseiro, die Schauspielerin in einer Zombie- Rolle. Wenn man unter ein Bett kriecht, kommt der Moment, auf den die Untote nur gewartet hat. Wahrlich monsterhaft ihr Make-up, allzeit bereit auf die Matratze zu springen: „Ich werde nach dir Ausschau halten.“ Ohne zu viele Spoiler zu liefern: Die Suche nach einem adäquaten Versteck ist aussichtslos. Sollte jemandem der Spuk zu weit gehen, müsse er das Safeword „Miguel“ rufen. Laut Simeão hätten viele den Namen verzweifelt gerufen. „Zur Hilfe eilte man jedoch meist nicht. Es soll vor allem vor dem Eintritt beruhigen und einen glauben machen, man käme heraus.“ Panikattacken und eine Handvoll Ohnmachtsanfälle im letzten Jahr sind dokumentiert. Das rührt die Werbetrommel, primär über klassische Mundpropaganda, exponentiell verstärkt über soziale Netzwerke.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Belas war die Theatergruppe zunächst nicht willkommen. „Die Dorfbevölkerung ist eine sehr verschlossene“, sagt Simeão: „Wie in den Romanen von Stephen King.“ Hier wollte man von schwarzen Messen, obskuren Treffen von Geheimbünden, die Tier- und Menschenopfer zelebrierten, nichts wissen. „Noch weniger, weil tief katholisch, vom Exorzismus-Ritual, das zwischen den Mauern des Hauses stattgefunden haben soll.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/S15-Geisterhaus03.JPG&quot; title=&quot;Foto: Jan Marot&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2389-3xqJD3nrOKA&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Jan Marot&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Jan Marot&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot;   alt=&quot;Foto: Jan Marot&quot; title=&quot;Foto: Jan Marot&quot; typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/S15-Geisterhaus03.JPG?itok=IpRv6bh1&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SOLIDARITÄT FÜR GEISTER.&lt;/strong&gt; Eine BürgerInnenplattform mobilisierte gegen das unchristliche Gruselkabinett. Vor allem die ältere Generation protestierte gegen die TheatermacherInnen. Der Bürgermeister entzog dem Spukhaus-Projekt zeitweise die Genehmigung. Schade es doch dem Image des Ortes, der sonst für seine Fofos genannten kleinen, süßsündigen Backwaren aus Biskuit und Konditorcreme berühmt ist. Es sind willkommene Blutzuckerspender vor dem Adrenalinrausch, die ungefähr seit der Bauzeit des Horrorhauses um 1850 vis-à-vis in der kleinen Bäckerei verkauft werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Über soziale Netzwerke organisiert, folgte eine Welle der Solidarität für uns Schreckgespenster“, sagt Simeão. So darf in der rosa Villa das Grauen weiterregieren. Und sollte das internationale Interesse wachsen – die Rundgänge sind auf fast ein Jahr hin ausgebucht, sodass nun Extra-Touren im Halbstundentakt starten –, plant Simeão eine englische Version. Auch für das nächste Projekt, das er anstrebt: ein interaktives Krimi-Stück, wo es ganz in der Manier von Agatha Christie darum geht, dass das Publikum die MörderInnen gemeinsam entlarvt. Denn Simeão ist, wie seine Kollegin Roseiro, überzeugt, dass „in der Immersion des Publikums, und dem Miteinbeziehen der ZuseherInnen, die Zukunft des Theaters liegt“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Facebook: &lt;a href=&quot;http://facebook.com/projecto.casa.assombrada&quot;&gt;facebook.com/projecto.casa.assombrada&lt;/a&gt;. 15 Euro Eintritt pro Person&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jan Marot studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien und Zürich. Seit 2007 arbeitet er als freier Auslandsjournalist in Spanien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 23 Feb 2017 17:46:05 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>„Klitoris? Wir haben das nicht verwendet“</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/%E2%80%9Eklitoris-wir-haben-das-nicht-verwendet%E2%80%9C</link>
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&lt;p&gt;„Noch eine Geschichte! Bitte!“, ruft Gia Balestra laut und leicht flehend in den dunkeln Kinosaal im Wiener Schikaneder. Sie macht gerade den Rolls Royce unter den Vibratoren zum Testen bereit. Hie und da hört man Gekichere. Noch vor einigen Minuten lief ihr Kurzfilm „Clitorissima“ auf der Leinwand. Jetzt gibt es die Möglichkeit sich im geschützten Rahmen unter Frauen*, Trans* und Inter*-Personen auszutauschen – über die eigene Erinnerung an die erste „Clitoris Awareness“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In welchem Alter und zu welcher Gelegenheit wurdest du dir deiner eigenen Klitoris bewusst? Balestra konfrontierte zuerst ihre weiblichen Familienmitglieder mit diesen zwei Fragen. Danach Personen, die sie auf Events zum Thema Sexualität, interviewte. Und jetzt das Publikum im Schikaneder. Eine Hand streckt sich im Kinosaal: „Ich war vier und dachte, dass ich dieses Gefühl erfunden habe. Es war so schön. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mir niemand zuvor davon erzählt hat.“ Das Gekichere schlägt in freudiges Lachen um. Gemeinsam wird die Klitoris zelebriert. Genau das will Gia Balestra erreichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gebürtige Italienerin vereint viele Facetten in sich. Selbst- und Fremdzuschreibungen: Sie ist Überlebende einer Vergewaltigung. Laut ihrer jüngeren Schwester sei sie eine „Kinderklitorisausbildnerin“. Ihren Künstlerinnen-Name „Vulvah Van Klitt“ entwickelte sie als persönlichen „Comic Relief“. Nach dem ganzen Drama, brauchte sie etwas worüber sie lachen konnte. Laut Freund*innen aus Italien ist sie besessen von der Klitoris. Sie selber bestätigt das ganz selbstbewusst: „Yes! I am obsessed!“. Kurzum: Ein außergewöhnliches Gespräch mit einer außergewöhnlichen Person.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Transition_Copyright_Benjamin_Storck2.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2363-tM7gmr4r6zs&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; alt=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Transition_Copyright_Benjamin_Storck2.jpg?itok=dweprS_B&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;progress&lt;/em&gt;: Angestoßen wurde deine Auseinandersetzung mit der Klitoris durch einen Vorfall mit deiner Schwester bzw. mit ihrer Tochter Virginia, die sich mit drei Jahren ihrer Klitoris bewusst geworden ist. Kannst du erzählen was damals, vor zwanzig Jahren, passiert ist?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Gia Balestra: Ich kann dir die Szene genau schildern: Sommerzeit in Bassano del Grappa, ein kleines Dorf in der Nähe von Venedig. Wir sitzen im Garten. Meine Schwester nähert sich mir. Sie flüstert in mein Ohr: „Gia, hast du Virginia die Klitoris gezeigt?“ Virginia begann ihren Körper zu erforschen und meine Schwester zeigte mit den Finger auf mich. Sie flippte aus. Ich flippte aus. Ich musste Italien verlassen und zog nach Berlin. Ich brauchte 16 Jahre, um meine Schwester zu konfrontieren und stellte ihr immer wieder verschiedene Fragen, unter anderem: Wieso ich? Als ersten Grund nannte sie mir, dass ich im Haus war. Als ich mich mit der Antwort unzufrieden zeigte, sagte sie mir, dass es nur ein Scherz war. Ich fragte, was das für ein schlechter und böser Scherz sein soll. Und dann kam die richtige Antwort: Weil ich immer über Sex rede. Es ist jedoch das „Ich“ als Überlebende einer Vergewaltigung, die über Sex spricht. Ich musste vor Anwält*innen und Richter*innen über meine Sexualität sprechen, über das was passierte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nach dieser Erfahrung hast du beschlossen deinen weiblichen Familienmitgliedern zwei Fragen zu stellen: In welchem Alter und zu welcher Gelegenheit wurdest du dir deiner Klitoris bewusst? Wie reagierte deine Familie?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sie waren total gewillt mir davon zu erzählen. Als ich meine Mutter interviewte, begann ihre Alzheimer. Das war nicht einfach für mich, ich hab gezittert und konnte ihr nur die Frage mit dem Alter stellen. Ich war nicht fähig weiter zu gehen. Als Kind erzählte mir meine Mutter, dass Kinder keinen Orgasmus haben können. Erst, wenn sie 18 sind, wären sie dazu fähig. Eine falsche Erzählung, die ich jedoch 100%ig akzeptierte. Ich hatte keine Zweifel daran. Meine Schwester erzählte mir, dass sie ihre erste „clitoris awareness“ mit 16 hatte. Danach ging sie in die Bibliothek und las alles darüber. Auch bei meinen anderen Schwestern und meine Cousinen war es mit 17. Das ist so spät. Das alles ist wohl mit ein Grund, wieso meine Schwester es nicht verstanden hat, als ihre kleine Tochter mit drei begann ihren Körper zu erforschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Danach hast du entschieden, diese zwei Fragen auf unterschiedlichen Sex- und Erotik-Veranstaltungen in Berlin zu stellen. Aus diesen Interviews besteht der Film „Clitorissima“. Gab es einen Unterschied zwischen den Generationen, was die Reaktionen anging?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich denke schon, ja. Viele Personen zwischen 20 und 30 geben schnell eine Antwort, teilen ihre Erfahrungen. Manche ältere Frauen sagten „Klitoris? Wir haben das nicht verwendet“. Als hätten sie gar keine Klitoris.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kannst du von ein oder zwei Geschichten aus deinen Interviews erzählen, die dir als besonders interessant oder lustig hängen geblieben sind?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Da gab es die Geschichte von zwei Zwillingsschwestern, die in einem Stockbett schliefen. Die Schwester, die im unteren Bett lag, hatte keine Privatsphäre, um zu masturbieren, während die Schwester, die oben schlief, machen konnte, was sie wollte. Die Beiden teilen nun diese Geschichte miteinander. Das fand ich ziemlich spannend. Oder eine andere Person hatte ihre erste „clitoris awareness“ mit einer Aprikose, die wohl irgendwie zum Gleitmittel wurde. Das ist sehr süß.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://progress-online.at/files/Giovanna_Balestra_Copyright_Benjamin_Storck3.jpg&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; class=&quot;colorbox&quot; data-colorbox-gallery=&quot;gallery-file-2364-tM7gmr4r6zs&quot; data-cbox-img-attrs=&quot;{&amp;quot;title&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;, &amp;quot;alt&amp;quot;: &amp;quot;Foto: Benjamin Storck&amp;quot;}&quot;&gt;&lt;img class=&quot;media-element file-colorbox&quot; alt=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot; title=&quot;Foto: Benjamin Storck&quot;   typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Giovanna_Balestra_Copyright_Benjamin_Storck3.jpg?itok=K3-xrYQs&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Filmvorstellung und die anschließende Diskussion im Rahmen vom Transition-Festival war für Frauen*, Trans* und Intersex*-Personen. Was willst du diesen Personen mitgeben?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Verwendet den Begriff „clitoris awareness“! Es wird nicht darüber gesprochen, aber die meisten Frauen wissen sofort, was ich mit diesem Begriff meine. Manche sagten mir sogar, dass sie sich immer schon ihrer Klitoris bewusst waren. Die Glücklichen! Bei mir war es mit 19. Wenn ich vor Männern den Begriff „clitoris awareness“ verwende, schauen sie mich an als wäre ich eine Idiotin. Männer haben ihren Penis seit ihrer Geburt vor sich. Sie wissen, wenn du den Penis berührst, dann fühlst du etwas. Bei Mädchen ist es nicht so. Ich denke mir oft, dass als ich klein war und meinen Körper entdeckte, ein Kindermädchen mich auf irgendeine Art und Weise bestraft haben muss. Es ist nur eine Vermutung. Aber wie kann ich sonst 19 Jahre lang meine Klitoris vergessen? Als ich sechs Jahre alt war, ging ich öfters reiten. Nicht auf einem Pony, sondern auf einem riesigen Pferd. Aber nichts ist passiert!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stichwort Erziehung: Dein Film richtet sich auch an Mütter. Wie sollten Mütter mit ihren Töchtern über die Klitoris sprechen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sie sollen sagen: Clitoooriissssiimmaaaa! Es soll wie eine Party klingen! Clitoooriissssiimmaaaa! Mit Animationen und netten Bildern kann das Thema anschaulich gemacht werden. Es wäre auch schön, wenn Mädchen bereits in der Vorschule gemeinsam darüber sprechen, sich ihre Klitoris gemeinsam anschauen, damit sie ihren Körper kennenlernen. Das ist jedoch undenkbar. Wir haben immer noch eine Mauer im Kopf, wenn es um die weibliche Sexualität geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wieso existiert diese Mauer deiner Meinung nach immer noch?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, es ist ein Cocktail von Werten aus einer patriarchalen Gesellschaft mit einem Hauch von Katholizismus, der dir einredet, dass dein Körper dreckig ist, der Teufel ist. Natürlich ist das auch bei anderen Religionen so. Egal ob im Islam oder im Buddhismus, der genau so eine sexistische Religion ist. Die Gesellschaft ist sexistisch. Das ändert sich nur langsam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Valentine Auer arbeitet als freie Journalistin in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Tue, 22 Nov 2016 13:44:04 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Publikumsgespräche bei Filmfestivals – Ein Leitfaden</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/publikumsgespr%C3%A4che-bei-filmfestivals-%E2%80%93-ein-leitfaden</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2345&quot; class=&quot;file file-image file-image-jpeg&quot;&gt;

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&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Filmemacher_innen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ahnungslose.&lt;/strong&gt; Der Film war gut oder sogar sehr gut – das Publikumsgespräch ist es nicht. Angesichts der Aussagen des_der Filmemacher_in drängt sich die Frage auf, wie diese holzschnittartige Person ein derart vielschichtiges Kunstwerk erschaffen konnte. Es sind die Momente, wo die gesellschaftstheoretisch bewanderte Betrachter_in daran erinnert wird, dass Kunst eben doch mehr ist, als die Person des_der Künstler_in. Letztere agiert als Katalysator gesellschaftlicher Verhältnisse, kann dumm wie Stroh sein und dennoch einen sehr guten Film abliefern. Andere erinnern derartige Auftritte wiederum daran, dass Filme im Normalfall auf die Urheber_innenschaft von mehr als einer Einzelperson zurückgehen und die Wichtigkeit des_der Regisseur_in in Europa oftmals überschätzt wird. Auch das ist eine plausible Erklärung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Betrunkene.&lt;/strong&gt; Der Film ist solide, der_die Regisseur_in im Publikumsgespräch allerdings knapp vor der Alkoholvergiftung. Ein oder mehrere Publikumsgespräche pro Tag mit obendrein nicht allzu angenehmen Fragensteller_innen (siehe unten) zu führen, ist kein Leichtes. Wenn man ohnehin schon ein Problem damit hat, bis – sagen wir – 15:30 Uhr nüchtern zu bleiben, fällt einem das unter den verschärften Verwertungsbedingungen eines Filmfestivals keinesfalls leichter. So hat der_die betrunkene und mitunter aggressive Regiesseur_in doch etwas sympathisches – weil wir durch ihr Verhalten etwas über die Unaushaltbarkeit einer Gesellschaft lernen, in der wir alle zum Funktionieren und die bessergestellten auch noch zu funktionierendem Selbstmarketing gezwungen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;The Natural Born Österreicher_in. &lt;/strong&gt;Sie sind der Meinung, ihr Österreicher_innentum alleine mache ihre Filme hochwertig und förderungswürdig. Ob sie sich nun auf einem Filmfestival wie der Diagonale, das sich österreichischen Filmen verschrieben hat, oder einem internationalen Filmfestival wie der Viennale befinden, scheint dabei zweitrangig zu sein. „Österreich zuerst“ ist die Devise. Allerdings nicht, wenn es um die Programmierung dieser Austroschinken geht, die dann doch ausnahmslos in den Hauptabend und keinesfalls in das Nachmittagsprogramm fallen darf. (The Natural Born Österreicher_in schlechthin ist Ulrich Seidl, der unerklärlicherweise nicht beim Reality-TV, sondern im Programmkino gelandet ist. Wahrscheinlich, weil ATV einfach zu schlecht zahlt.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;The Exceptional Competent Person.&lt;/strong&gt; Sie ist leider die absolute Ausnahmeerscheinung auf Filmfestivals. Ein_e Regisseur_in, die nicht nur einen guten Film fabriziert hat, sondern auch in der Lage ist, mit dem Publikum kompetent und nachvollziehbar über das eigene Werk zu sprechen. Zumindest letzteres sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber – siehe oben – leider überhaupt nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Publikum&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;The Material Guy_Girl.&lt;/strong&gt; Nach einem interessanten oder kontroversen Film, der viel Stoff für ein spannendes Publikumsgespräch böte, ist die Zeit oft allzu kurz. Die Moderation lässt nur wenige Fragen zu und alles nähert sich schneller als gewollt seinem Ende. Die vorletzte oder letzte verfügbare Frage schnappt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Material Guy (oder weitaus seltener: Das Material Girl). Er_sie stellt fragen wie: „Warum habt ihr das mit Video gedreht?“ / „Ist der Super-8 retrotrend nicht schon lange over?“ / „Ist die Digitalisierung ein Problem?“ Der Rest des Saales langweilt sich zu Tode, während Material Guy_Girl sich im siebten Himmel des Expert_innentums wähnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Lobenden.&lt;/strong&gt; Du sitzt in einem Film und denkst dir, dass die Zeit anderweitig möglicherweise besser verbracht hätte werden können. Genau genommen bist du fassungslos, dass ein qualitativ und inhaltlich derart fragwürdiges Werk, 1.) staatlich gefördert wurde und 2.) nach seinem offensichtlichen Scheitern öffentlich – auf einem abermals staatlich geförderten Filmfestival – vorgeführt wird. Das Publikumsgespräch beginnt mit peinlichem Schweigen, bis sich dann doch jemand zu Wort meldet. Die Person lobt den Film in höchsten Tönen, dankt dem_der Regisseur_in sowie „dem ausgezeichneten Ensemble“. Erschreckenderweise ist sie nur in 50 Prozent der Fälle mit einer der beteiligten Personen verwandt, bekannt oder verschwägert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Professionelle Kritiker_innen.&lt;/strong&gt; Sie melden sich im Publikumsgespräch so gut wie nie zu Wort, weil sie den Film mitunter nicht ganz gesehen haben und wegen ständig nahender Deadlines keine Zeit haben, länger als unbedingt nötig anwesend zu sein. In Zeiten verschärfter kapitalistischer Zurichtung belassen es Journalist_innen gerne dabei, sich die ausführlichen Pressematerialien abzuholen und daraus Textmontagen zu fertigen, die mit dem Begriff „Kritik“ eigentlich überhaupt nichts mehr zu tun haben. Aber zumindest stellen sie keine blöden Fragen (wenn sie nicht gerade ein Publikumsgespräch moderieren).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Filmwissenschaftler_innen.&lt;/strong&gt; Schauen sich gerne Spielfilme an, die keine Handlung haben und glauben, selbige seien deshalb irgendwie besser oder kulturell höherstehend. Hat ein Film eine Handlung und man wagt es, den_die kompetente Kolleg_in um seine_ihre Einschätzung zu bitten, ist die Antwort meist die selbe: „Ach, wieder so ein narrativer Film.“ Sie schalten sich bei Publikumsgesprächen gerne in die Diskussion ein, moderieren sie zudem sehr häufig und lieben Name-, Film- und Genre-Dropping. Da niemand all diese Personen, Filme oder Genres tatsächlich kennen kann, werden ihre Einschätzungen kaum hinterfragt. Man will sich (und die Kolleg_innen) schließlich nicht blamieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Florian Wagner studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Uni Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Viennale beginnt am 20. Oktober und endet am 2. November 2016.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Thu, 20 Oct 2016 15:26:45 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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