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 <title>Progress - Panorama</title>
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 <title>Neues aus der Müllpresse</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/neues-aus-der-m%C3%BCllpresse</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2589&quot; class=&quot;file file-image file-image-png&quot;&gt;

        &lt;h2 class=&quot;element-invisible&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/file/2589&quot;&gt;26 Kreislaufwirtschaft entweder.png&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
    
  
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&amp;lt;p&amp;gt;Die Reize der Ressourcen-Sparsamkeit&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Auch wenn die aktuelle politische Großwetterlage eine Hochphase für Umweltthemen erkennen lässt, ist es – und das nicht zu Unrecht – hauptsächlich die Klimakrise, die in der politischen Arena den prominentesten Platz einnimmt. In der Wissenschaft wird jedoch die menschengemachte Erderhitzung „nur“ als eine von vier natürlichen Grenzüberschreitungen, die der Mensch aktuell an lebenswichtigen Erdsystemen vollzieht, genannt. Insgesamt wurden neun Grenzen des Planeten definiert, deren Überschreitung zu einer irreversiblen Änderung der Lebensverhältnisse auf der Erde führen kann. Die acht weiteren Grenzen des Planeten werden häufig nur als Nischenthemen behandelt. Ein intelligenter Umgang mit Abfall und den Rohstoffen, die einmal Abfall werden, hat den besonderen Nutzen, dass er sich positiv auf fast alle gefährdeten Erdsysteme auswirkt; sei es das Klima, das durch maßvollere Produktionsmengen geschont wird, oder die Trinkwasserversorgung, die weltweit unter verschmutzten Gewässern leidet. Neben dem offensichtlichen Nutzen für die Menschheit gibt es noch viel banalere Anreize für Staaten, sich für einen sparsameren Umgang mit Rohstoffen zu engagieren. Denkt man etwa an die geopolitische Relevanz von seltenen Erden und anderen sogenannten „kritischen Rohstoffen“, ist klar, dass sich künftig kein_e große_r Akteur_in auf der Weltbühne erlauben können wird, unbedacht Ressourcen zu verschwenden.&lt;br /&gt;
Kreislaufwirtschaft&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Als Lösungsmodell wird oft das Schlagwort „Kreislaufwirtschaft“ genannt. Die Idee dahinter ist, dass Ressourcen, die einmal in den Wirtschaftskreislauf einfließen dort möglichst lange nutzbar bleiben sollen. Das Gegenteil, die Linearwirtschaft, ist seit der industriellen Revolution das Standardmodell. Heute ist Expert_innen klar, dass nur eine Kreislaufwirtschaft langfristig erhaltbar ist. Auch die Europäische Union hat das erkannt und in den letzten 30 Jahren gesetzliche Rahmenbedingungen für nachhaltigere Rohstoffverwendung geschaffen.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Zwei EU-Richtlinien haben zu besonderen Verbesserungen im Abfallmanagement geführt. Eine Verpackungsrichtlinie von 1994, die die Ziele für Sammlung und Recycling von Plastikverpackungen vorgibt. Und die Deponieverordnung von 2008, die ein Verbot von chemisch unbehandeltem Abfall auf Mülldeponien eingeführt und den Umgang mit Sondermüll vereinheitlicht hat. Die Zahlen zeigen, dass diese beiden Gesetze vor allem in Österreich viel Positives erreicht haben. Zentral war dabei das Prinzip, dass der Hersteller eines Produkts verantwortlich für das Recycling des entstandenen Abfalls ist. Hier lässt sich ein beachtlicher Erfolg feststellen. Im Jahr 1989 wurden in Österreich laut Umweltbundesamt noch 60 % des Abfalls einfach unbehandelt auf Mülldeponien gekippt. Heute gibt es das kaum mehr. Im Gegenteil: 90 % unseres Abfalls werden in irgendeiner Form verwertet. Doch die Erfolge der Vergangenheit dürfen die kommenden Herausforderungen nicht verdecken. Die aktuellen EU-Ziele werden Österreich noch einiges abverlangen. Bis 2019 muss Österreich es schaffen, 90 % der PET-Flaschen zu sammeln. Zurzeit liegt der Wert bei circa 75 %. Vor allem 0,5-Liter Flaschen landen noch viel zu oft im Restmüll.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Plastikflaschen-Pfand als Lösung?&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Die heißeste Debatte wird zurzeit über die Schaffung eines Pfandsystems für Plastikflaschen geführt. Doch Pfand ist nicht gleich Pfand. Zu unterscheiden ist zwischen Pfand auf Einwegflaschen – sozusagen ein finanzieller Anreiz zum Mülltrennen – und ein Pfand auf Mehrwegflaschen, wie man es in Österreich von der Bierflasche kennt. In Deutschland gibt es beide Varianten. Allerdings werden auch dort nur etwa 30 % der Plastikflaschen tatsächlich wieder zu einer Flasche, der Großteil wird zu Folien oder in der Textilindustrie verarbeitet. Alles in allem zeigt die Statistik aber, dass der finanzielle Anreiz die Deutschen durchaus zum Mülltrennen ermuntert. Ob allerdings auch für Österreich ein Pfandsystem der beste Weg ist, ist derzeit umstritten. Die Altstoff Recycling Austria (ARA) vertritt den Standpunkt, dass ein Pfandsystem aufgrund zu hoher Kosten keine praktikable Lösung sei. Nur 5 von den 75 Kilotonnen an Plastikverpackungen, die bis 2025 recycelt werden müssen, seien PET-Flaschen. Das würde bedeuten, dass ein sehr hoher Aufwand beim Umbau der Müllsammelstellen und der Eintauschstellen betrieben werden müsste, um einen verhältnismäßig kleinen Beitrag zum gesamten Problem zu leisten. Greenpeace nennt andere Zahlen und spricht von bis zu 45 Kilotonnen, die durch das Einführen von Mehrwegflaschen erreicht werden könnten. Es ist klar, dass mit Mehrwegflaschen tatsächlich die Umwelt geschont wird. Wissenschaftler_innen zeigen jedoch, dass PET-Flaschen nur etwa acht Mal wiederverwendet werden können, bevor die Qualität nicht mehr ausreicht.&amp;lt;/p&amp;gt;&amp;lt;p&amp;gt; Das Umweltministerium hat angekündigt, die Frage Pfandsystem Ja oder Nein bis Ende 2019 zu bearbeiten. Sollte man sich gegen das teure Pfandsystem entscheiden, bleibt abzuwarten, wie das hohe Sammelziel erreicht werden soll.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Sun, 29 Dec 2019 17:44:57 +0000</pubDate>
 <dc:creator>progress</dc:creator>
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 <title>Wir schützen unsere Frauen</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/wir-schu%CC%88tzen-unsere-frauen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2563&quot; class=&quot;file file-image file-image-jpeg&quot;&gt;

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&lt;p&gt;Bereits die ersten drei Woche des Jahres brachten sieben Fälle von Mord oder Totschlag an Frauen mit sich. Diese schockierende Häufung rückte das Thema Frauenmorde in den medialen Fokus. „Frauenmord-Land Österreich?“ titelte etwa das Magazin News2 und PULS4 fragte im Magazin Pro&amp;amp;Contra „Mehr Frauenmorde als je zuvor:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Woher kommt die Gewalt?“3 Statistiken verdeutlichen wie dramatisch die Lage ist: In keinem anderen Land Europas ist der Anteil der weiblichen Opfer bei Tötungsdelikten so hoch wie in Österreich. Zumindest die letzte Headline verdeutlicht auch, in welche Richtung die Debatte um Gewalt gegen Frauen kippte: Sie bekam rasch eine rassisti- sche Schlagseite, wurde von einer Frage der geschlechterspezifischen Gewalt zu einer Debatte um Migration und Asyl umgedeutet. Doch wie kam es dazu?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Impuls von ganz rechts. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einmal mehr spielte die neofaschistische Gruppe der „Identitären“ dabei die Rolle der Stichwortgeber, der Aufstachler für die österreichische extreme Rechte. Und einmal mehr konnte sie damit den Ver- lauf der Debatte mitbestimmen. Sie griff aus den Morden im Jänner 2019 zwei sehr ähnliche Fälle heraus, deren Täter- Opfer-Konstellation sich für ihre Zwecke besonders eigneten: Die Opfer waren zwei sehr junge autochthone Frauen, beide gerade einmal sechzehn Jahre alt. Ermordet wurden sie von wenige Jahre älteren Männern mit aufrechtem Asyl- status. Die Rechtsextremen nutzten die mediale Aufmerksamkeit, die auf dem Thema lag, als Bühne für ihre völki- schen Umdeutung der Frauenmord-Pro- blematik. Diese beiden Fälle, die Morde an Manuela aus Wiener Neustadt4 und Michele aus Steyr5, dienten ihnen als Vehikel ihrer rassistischen Erzählung. Ihr Ziel war es, die Morde als alleinige Folge des Zulassens von Migration nach Österreich umzudeuten. Die Ebene der patriarchaler Unterdrückungsverhält- nisse sollte dadurch überlagert werden, Gewalt von Männern ohne Migrati- onshintergrund wird ausgeblendet. Die Verknüpfung von Rassismus und Geschlechterbildern wird hier über eine individualisierte und vor allem emotionalisierte Ebene betrieben, was sie ge- gen rationale Argumente immunisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Strategie ist keineswegs neu. Das Bild des bedrohlichen Fremden, der die autochthone Frau als Erhalterin des Volkes gefährde, ist in der extremen Rechten altbewährt. Zuletzt wurde sie 2017 in Deutschland mit einigem Erfolg angewandt. Als die 15-Jährige Mia aus dem rheinland-pfälzischen Kandel von ihrem gewalttätigen ex-Freund erstochen wurde, kam es zu mehreren größeren Demonstrationen der extre- men Rechten, die mediale Rezeption fanden. Auch in Österreich versuchten sich unter anderem die rechtsextremen „Identitären“ an Mobilisierungen in jenen beiden Städten, die Schauplatz der Morde waren. Unter dem Titel „Eine Kerze für Steyr“ wurden in dem nieder- österreichischen Ort mehrere Gedenk- veranstaltungen abgehalten. Mehrere hundert Personen, der größte Teil davon Anwohner_innen, nahm daran Teil. So auch in Wiener Neustadt, wo das zweite Mädchen starb, fanden am Wochen- ende nach dem Mord gleich zwei von Rechtsextremen organisierte Kund- gebungen mit jeweils etwa 200 – 250 Teilnehmenden statt. Was als Gedenken inszeniert wurde, war nichts anderes als ein Forum, um trauernden Menschen in geheucheltem Mitgefühl rechtsextreme Ideologie vorzusetzen, wurde doch in jeder Rede dieselbe Botschaft vermit- telt: Massenmigration sei schuld am Tod dieser Frauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frauen schützen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei fiel oft der aufschlussreiche Begriff der „impor- tierten Gewalt“, den Rechtsextreme all- zu gerne strapazieren, um geschlechter- spezifische Gewalt zu ethnisieren. Hier wird versucht, ein Bild zu schaffen, in dem die „wirkliche“ Gefahr geschlech- terspezifischer Gewalt ausschließlich von nicht-‚autochtonen‘ Männern aus- geht. Diese werden als „übermännlich“, impulsiv und gewaltaffin dargestellt, wobei sie dem Bild des durch jahre- lange Sozialisierung „verweichlichten“ europäischen Mann gegenübergestellt werden. Diese Eigenschaften, die dem „Fremden“ negativ zugeschrie- ben werden, drücken gleichzeitig ein Ideal gewalttätiger Männlichkeit aus, das Rechtsextreme hegen. Der Begriff nimmt Gewalt völlig aus dem Begriffs- rahmen, sobald die Täter ‚autochthone‘ Männer sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das offenbart auch das verquere Ver- hältnis der extremen Rechten zum The- menkomplex der Gewalt gegen Frauen: Als schützenswert gilt der weibliche &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Körper im rechtsextremen Denken lediglich als unverzichtbare Ressour- ce des Volkserhalts, zu schützen vor dem Zugriff von allem, das als ‚fremd‘ ausgemacht wird. Nicht der Schutz der Unversehrtheit und des Wohlergehens der Frauen steht im Zentrum – von&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;der Problematisierung patriarchaler Verhältnisse, die sie gefährden ganz zu schweigen – sondern die Abwehr von Fremden. Das dadurch transportierte Bild des Beschützers stärkt wiederum Geschlechterhierarchien. Es stellt Frauen als ständig bedrohte, gleichzeitig aber passive und wehrlose Objekte der Begierde und somit von der Stärke und Gunst eines Mannes abhängig dar. Die rechtsextreme Thematisierung geschlechterspezifischer Gewalt dient somit der Funktion der Privilegiensicherung weißer, hegemonialer Männ- lichkeit verkörpernder „Inländer“, also der größten Zielgruppe rechtsextremer Ideologien. Da Frauen in rechtsextremen Ideologien vorrangig als Mütter und somit Verantwortliche für den Fortbestand des Volkes angehen werden, wird jeder Angriff auf Frauen von ‚fremden’ Männern als Angriff auf das Volk selbst gesehen. Schutz gegen diesen Angriff zu gewähren wird im rechtsextremen Diskurs als ehrwürdige Pflicht jedes ‚autochtonen’ Mannes gesehen6.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Regierung spart bei Gewaltschutz und Beratungsstellen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von weit größerer Bedeutung&lt;br /&gt;als die Mobilisierungen der außer- parlamentarischen extremen Rechten auf der Straße war jedoch, dass das FPÖ-geführte Innenministerium das rassistische Erklärmuster aufgriff und die hohe Zahl der Morde zu einem Problem der Zuwanderung erklärte. So versprach Innenminister Herbert Kickl medienwirksam, er werde eine Taskforce einrichten und die Abschiebung von anerkannten Geflüchteten erleichtern. Vizekanzler Heinz-Christian Strache griff dabei auch den Begriff der importierten Gewalt wieder auf – selbst rhetorisch passte bei diesem Thema kaum ein Blatt Papier zwischen die neofaschistischen„Identitären“ und die FPÖ. Doch auch die ÖVP stimmte in den rassistischen Kanon mit ein. Sie argumentierte, leichtere Abschiebungen – auch ohne Vorliegen einer schweren Straftat - würden dem Hausverstand der Österreicher entsprechen. Für Empörung sorgte lediglich der Zusatz des Innenministers, er wolle sich dabei notfalls auch über die Europäische Menschenrechtskonvention hinweg- setzen, sollte diese einer Abschiebung im Weg stehen7. So war es am Ende die Regierung, die mit all ihrer Reichweite von der notwendigen Debatte, wie der Serie an Frauenmorden Einhalt zu gebieten ist ablenkte. Stattdessen wurde über Abschiebungen für Bagatelldelikte debattiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dieser Verschiebung konnte die Regierung von einem für sie weit unan- genehmeren Themenfeld ablenken: Sie hat 2018 trotz steigenden Zahl an Frau- enmorden massiv beim Gewaltschutz eingespart. Beratenden Fraueninitiati- ven und Familienberatungsstellen für Krisensituationen wurden die Mittel ge- kürzt. Damit fielen Beratungsangebote für von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen weg. Doch diese präventiven Maßnahmen wären essenziell, um einer weiteren Eskalation der Gewalt zuvor zu kommen. Denn statistisch gesehen wird rund die Hälfte der Morde angekündigt, in vielen Fällen beginnt die Spirale der Gewalt schon lange zuvor. Um gefähr- dete Frauen schützen zu können, gab es bis zum Herbst 2018 auch monatliche Treffen der „Wiener Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt“ und anderer re- gionaler Gewaltschutzeinrichtungen mit der Polizei. Dabei wurden Hochrisiko- Fälle dokumentiert und besprochen, um weiterer Gewalt zuvor zu kommen. Ziel dieser Fallbesprechungen war es, eine Strategie zu finden, um Leib und Leben der bedrohten Frau zu schützen. Trotz der alarmierenden Zahl an Frauenmor- den hat die Schwarz-Blaue Regierung diese Besprechungen nun ersatzlos aus- laufen lassen. Damit fällt für bedrohte Frauen noch eine zweite entscheidende Möglichkeit der Prävention weg. „Ein- fach nur gesagt zu bekommen ‚Zeigen Sie halt wieder an, wenn es nochmal passiert‘, ist zu wenig“, kritisierte Rosa Logar von der Wiener Interventionsstel- le gegen familiäre Gewalt gegenüber dem sozialdemokratischen Online-Magazin Kontrast.8&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf dem Rücken der Frauen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die rassistische Debattenverschiebung von Gewaltschutz zu Migration verschleiert, dass bei weitem nicht alles getan wird, um Frauen zu schützen und solchen Taten Einhalt zu gebieten.  Statt Beratungsstellen mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, Behörden im Umgang mit bedrohten Frauen besser zu schulen und alle daran zu setzen, die Gewaltspirale zu durchbrechen, bevor es zum Äußersten kommt, zettelte die Regierung die nächste Debatte über Migration an. Ein billiges Ablenkungsmanöver, das jedoch von Gewalt betroffenen Frauen teuer zu stehen kommt. Deutlich wird dabei, dass es rechtsextremen „Identitären“ wie Regierung keineswegs um eine tatsächliche Bekämpfung geschlechts- bezogener Gewalt geht, sondern sie&lt;br /&gt;das Thema vielmehr als Vehikel für ihren Rassismus instrumentalisieren: Sie betreiben ein Framing, das die Erzählung des „integrationsunfähigen muslimischen Mannes“ bedient. Durch die emotionale Aufladung, die mit der Thematik geschlechtsbezogener Gewalt verbunden ist, wird das zusätzlich verfestigt. Das Leben von Frauen wird hier zum Spielball rassistischer Politik. Dabei wäre eine ehrliche Debatte über die Ursachen der eklatant hohen Quote an Frauenmorden im Land dringend notwendig. Doch eine solche kann dann einen Beitrag zum Gewaltschutz leisten, wenn sie ohne Rassismus auskommt und um der Betroffenen Willen geführt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Julia Spacil studiert Jus und Politikwissenschaft auf der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1 &lt;a href=&quot;https://www.heute.at/oesterreich/&quot;&gt;https://www.heute.at/oesterreich/&lt;/a&gt; niederoesterreich/story/44226369&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 &lt;a href=&quot;https://www.news.at/a/frauenmor-&quot;&gt;https://www.news.at/a/frauenmor-&lt;/a&gt; de-oesterreich-zahlen-10595056&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3 &lt;a href=&quot;https://www.puls4.com/pro-und-&quot;&gt;https://www.puls4.com/pro-und-&lt;/a&gt; contra/videos/ganze-folgen/Ganze- Folgen/Mehr-Frauenmorde-als-je- zuvor-Woher-kommt-die-Gewalt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4 &lt;a href=&quot;https://derstandard&quot;&gt;https://derstandard&lt;/a&gt;. at/2000096084363/Junge-Frau-tot- in-Wiener-Neustadt-gefunden-Gewalttat-vermutet&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;5 &lt;a href=&quot;https://www.nachrichten.at/&quot;&gt;https://www.nachrichten.at/&lt;/a&gt; oberoesterreich/Maedchenmord- in-Steyr-Tatmotiv-war-vermutlich-Eifersucht;art4,3083850&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;6 Weidinger, Bernhard/Werner, Katharina (2017): „Finger weg von unseren Frauen!“ Männlichkeit, extreme Rechte und sexualisierte Gewalt. In: Journal für Psychologie, Jg. 25 (2017), Ausgabe 2, S. 153-178.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;7 &lt;a href=&quot;https://derstandard.at/2000096888042/Kickl-stellt-Menschenrechtskonvention-in-Frage&quot;&gt;https://derstandard.at/2000096888042/Kickl-stellt-Menschenrechtskonventi...&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;8 &lt;a href=&quot;https://kontrast.at/trotz-steigender-gewalt-an-frauen-innenministerium-stoppt-projekt-zum-gewalt-schutz&quot;&gt;https://kontrast.at/trotz-steigender-gewalt-an-frauen-innenministerium-s...&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 18 Jun 2019 13:41:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>progress</dc:creator>
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 <title>Mehr als nur Zwei</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/mehr-als-nur-zwei</link>
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&lt;p&gt;Für alle, die nicht genau wissen, was Polygamie bedeutet, beschreibt es dictionary.com folgendermaßen: “the practice or condition of participating simultaneously in more than one serious romantic or sexual relation- ship with the knowledge and consent of all partners.“ Polygamie ist keine Neuheit mehr, im Gegenteil: Sie ist unser Ursprung, doch das haben wir erfolgreich verdrängt. Nach der Zeit der Jäger_innen und Sammler_innen, die sich neben Essen und Unterkunft auch Sexualpartner_innen teilten, be- merkten die Menschen, dass dies wirt- schaftlich gesehen unrentabel ist. Nur eine einzelne Familie zu ernähren ist gewinnbringender, als mit einer gan- zen Sippe zu teilen. Das Konkurrenz- denken begann und es funktionierte auch lange Zeit ganz gut, wenn wir die Leiden der zwangsverheirateten Paare außer Acht lassen. Ein Sprung in die Moderne und die Scheidungsrate in Österreich liegt laut Statistik Austria im Jahr 2017 bei 41 Prozent, denn der Trieb hat sich nicht verän- dert, nur unser (Unterdrückungs-) Verhalten. Man muss dazu sagen, dass natürlich nicht bei allen Scheidungen Untreue, oder etwas, das man als sol- che empfindet, der Auslöser war, doch ein Tröpfchen Wasser im Pool der Probleme war es mit Sicherheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Love is a feeling, monogamy is a rule” – was wie ein 08/15-Instagram- Zitat klingt, stammt eigentlich aus der Netflix Doku „Explained“ und ist gar nicht so unwahr, wenn man kurz ohne sarkastischen Unterton darüber nachdenkt. Doch nicht die Folge der Netflix-Doku und auch nicht das Buch von Friedemann Karig haben mich zu diesem Artikel bewegt, sondern die Frage, warum eine polygame Lebens- weise noch weniger weit verbreitet ist als es uns guttun würde. Viele Men- schen in meinem Freund_innen- und Bekanntenkreis leben und lieben oh- nehin schon eine Form der Polygamie, doch sie als diese in der Öffentlichkeit zu bezeichnen ist schwierig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Doppelte Befriedigung.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alice* suchte das Gespräch mit ihrem Freund Leo*, mit dem sie bereits seit drei Jahren eine Beziehung führte, um ihm von einer, für sie, sehr spannen- den Bekanntschaft zu erzählen. Im Laufe der Unterhaltung, äußerte Alice den Wunsch mit der Bekanntschaft intim zu werden und Leo gab ihr&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;nach ausreichend Bedenkzeit seine Zustimmung. Aus gutem Grund: „Ich liebe Alice, weiß, dass sie mich liebt und sah deshalb damals wie heute drei Möglichkeiten: Ich beende eine Beziehung, die mich glücklich macht und verliere meine Freundin, die ich über alles liebe. Ich beende die Beziehung nicht und verweigere ihren Wunsch, mit dem Wissen, dass es wahrscheinlich ein wiederkehrender Konfliktpunkt werden würde oder ich setzte mich, mit dem Ziel uns beide glücklich zu machen, damit ausein- ander“. In meinen Ohren ist das der Idealfall, denn durch Alices erfüllten Wunsch und der daraus resultierenden Zufriedenheit ist Leo selbst und auch seine Freundin glücklich. Sogenannte Kompromisse wie: „Ich sehe meinen guten Freund Heinzi nur selten, weil ihn meine Freundin nicht so gerne mag“, verstehe ich ohnehin nicht, denn wenn mich die Zeit mit meinem Freund Heinzi glücklich macht, dann sollte die Freundin doch eher von mei- ner Zufriedenheit indirekt profitieren, als mir diese zu verbieten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass sich Alice von einer anderen Person körperlich angezogen fühlt,&lt;br /&gt;tut der Liebe zu Leo keinen Abbruch, im Gegenteil. Durch die Öffnung ihrer Beziehung lernten die beiden viel über sich selbst und ihre Verbindung zu- einander, die sich übrigens durch die stundenlangen Gespräche über ihre Gefühle noch einmal verbessert hat. Mehreren Menschen Zuneigung oder Liebe, wenn man es so nennen will, entgegenzubringen liegt in unserer Natur. Wie schon erwähnt, hat sich die monogame Ehe ursprünglich aus wirtschaftlichen Gründen etabliert. Selbstverständlich war damals auch oft Liebe im Spiel, doch wie wir es aus Filmen kennen, musste in der Regel die Tochter des reichsten Herrschers A den Sohn des einflussreichen Mannes B heiraten. Durch Paarungen wie die- ser (natürlich ausschließlich heterose- xueller Zusammensetzungen) ent- standen auch die Rollenbilder, welche wir heute mit aller Kraft bekämpfen. Eines davon: Die Frau kümmert sich um Haus, Hof und Kinder und ist auf das Geld des Mannes angewiesen, weil sie gar nichts bis geringfügig Geld verdient, während der Mann die Fami- lie erhält und auf die Treue der Frau hofft. Mit Kindern ist die ganze Situa- tion um ein Vielfaches komplizierter, keine Frage. Doch ich traue mich vor- sichtig zu behaupten, dass einem Kind das Glück der Eltern wichtiger ist, als das Aufrechterhalten des Familienbil- des nach außen. Jugendliche sind oft verständnisvoller und reicher an Per- spektiven, als man denkt. Traut euren Kindern mehr zu! Unsere Generation hat sehr gute Voraussetzungen als un- abhängige Individuen über Sexualität und Lebensweise zu bestimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstbestimmter Sex.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um den Autor Karig zu zitieren: „Was sind wir für eine komische Spezies, die&lt;br /&gt;das Beste, was sie hat, nicht feiert, sondern darum herumschleicht wie ein Einbrecher um ein Haus in der Nacht?“ Damit meint er den Sex,&lt;br /&gt;den unsere Generation freier denn je ausleben kann, es aber nicht tut. Dass unsere Generation der Millennials weniger Sexualpartner_innen und Verkehr hätten als jene Menschen,&lt;br /&gt;die in den 60er und 70ern geboren sind, wurde schon oft thematisiert. Aktuelle österreichische Studien gibt es dazu noch nicht, doch worauf wäre diese Theorie zurückzuführen? Die 68er-Bewegung? Das Aufkommen der Pille war ein großer Sprung zur sexuellen Selbstbestimmung der Frau, aber wo stehen wir heute? Frauen, vor allem die jungen, die ihre Sexualität ohne fixe_n Partner_in erkunden, bekommen überwiegend negative Resonanz. Nora* zum Beispiel, die all ihre körperlichen Erfahrungen mit sich und wechselnden Partnern erlebt hat, wurde abwertend Umtriebigkeit unterstellt und die Fähigkeit sich zu binden abgesprochen. Die Mehrheit ihrer Freund_innen in Beziehungen, mit denen sie sich nicht identifizieren konnte, zu beobachten, brachte sie zu dem Schluss einfach kein „Bezie- hungstyp“ zu sein. Polygamie kannte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. „Ich bin viel unterwegs, lerne oft neue Menschen kennen und dachte deshalb damals, dass das mit einem eifer- süchtigen (musste man ja sein, um seine Liebe glaubwürdig zu unter- mauern) festen Partner nicht mehr möglich sei“, erzählte sie. Der Grund dafür könnte mangelnde Diversität in den vorgelebten Rollenbildern und generell unzureichender Aufklärung sein. Erst durch Instagram (Hint: Ein weiterer Beweis dafür, dass uns Social Media nicht nur schadet) und das Sammeln anderer Perspektiven wurde ihr bewusst, welche Möglichkeiten sie hat. Wie weibliche Selbstbestim- mung wirklich aussieht. Tinder sieht sie einerseits als Chance interessante Menschen kennenzulernen, aber andererseits auch als Tool zur Be- dürfnisbefriedigung. Zu sexsüchtigen und herzlosen Kreaturen, wie es oft suggeriert wird, macht es Tindernutzer_innen mit dieser Einstellung noch lange nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drittes Rad.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein weiteres Beispiel dafür, warum eine polygame Bezie- hungsform auch für Verfechter_innen der Monogamie eine Option sein sollte: Partner_in A und Partner_in B sind&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;seit vier Jahren ein Paar, das man als glücklich bezeichnen kann. Gemeinsa- me Wohnung, sich ergänzende Interes- sen, Zukunftspläne und gute Harmo- nie. B hat schon seit einigen Tagen intensiven Blickkontakt und kurze Ge- spräche mit der neuen Arbeitskollegin, dass die beiden sich anziehend finden, ist offensichtlich, aber kein Thema. Die Beziehung zwischen A und B ist weiterhin innig und mit Meinungsver- schiedenheiten im Normalbereich aus- geschmückt. Weihnachtsfeier. Alkohol. Sex mit der Arbeitskollegin. Niemand spricht darüber. B verheimlicht alles. A findet es heraus und beendet unmittel- bar die Beziehung, schmeißt B aus der Wohnung und trauert um die Verbin&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;dung zu ihrem Lieblingsmenschen. Niemand sucht das Gespräch. B liebt A nach wie vor, spricht nicht mehr mit der Arbeitskollegin, ist ebenso un- glücklich wie A. Nach zwei Monaten kommen die beiden wieder zusammen und die Geschichte wird unter den Teppich gekehrt. Output der Geschich- te schon ersichtlich? Ich bin überzeugt davon, dass sich einige Beziehungsdra- men vermeiden lassen würden, wenn die Beteiligten über das Besprechen der Vorlieben im Bett hinausgehen würden und Themen wie Polygamie ansprechen würden. Positiver Neben- effekt: Polygamie wird, entgegen des gesellschaftlichen Konsenses, aus der Tabu-Themen-Kiste gelockt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Frage der Definition.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Treue ist auch eine Frage der Definition, denn Eifersucht ist kein Indiz für Liebe, sondern die Angst ersetzt zu werden, diese Meinung teilt Leo und auch viele andere, aber bewusst ist das den wenigsten. Das ist einer der Faktoren, den man Tinder tatsächlich indirekt ankreiden kann, denn „Ersatz“ zu fin- den ist im Internet natürlich bequemer und schneller möglich als im Alltag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Ersatz würde man aber ohnehin kommen, egal ob online oder offline. Zurück zur Treue: Für Paare in offenen Beziehungen ist oft der ent- scheidende Punkt, dass Sex mit Dritten rein körperliche Bedürfnisse befriedigt, jedoch keine emotionalen. Sprich: Der Wendepunkt von Treue zu Untreue ist verschiebbar. Wie fühlt es sich an die dritte Person einer offenen Beziehung zu sein? Gut, wenn die Kommunikation stimmt. Wie immer und überall kommt es auf die Umgangsweise miteinander an. Wenn eine wertfreie Basis gegeben ist und man das System der Polygamie nicht als regellosen Freifahrtsschein benutzt, ist es gleichwertig zur Mono- gamie und auch so zu behandeln. Nora zum Beispiel fühlte sich von Leo weit besser behandelt und wertgeschätzt, als von allen Gspusis zuvor. Kämpfen wir gemeinsam gegen unser Normdenken an, damit jede_r das Leben bekommt, das er oder sie sich wünscht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;*Name geändert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Iris Strasser studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 18 Jun 2019 13:34:08 +0000</pubDate>
 <dc:creator>progress</dc:creator>
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 <title>Die Blume aus dem Gemeindebau</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/die-blume-aus-dem-gemeindebau</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2561&quot; class=&quot;file file-image file-image-jpeg&quot;&gt;

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&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Größte soziale Hausverwaltung.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Blick auf die Mietpreise mag das nichts Gutes ver- heißen, denn „Aufwertung“ ist ein Begriff, der eine gewisse Ambivalenz in sich trägt. Und dennoch nimmt Wien im europäischen Vergleich in Sachen Wohnpoli- tik nach wie vor eine Sonderrolle ein. Während in Zü- rich, München oder Berlin die Mieten durch die Decke gehen, siehts in Wien noch ganz passabel aus. Denn die Stadt hat am heiß umkämpften Wohnungsmarkt ein gewichtiges Argument: Sie ist Eigentümerin von 220.000 Wohnungen, verwaltet somit das Obdach von einer halben Million Wiener_innen und ist somit nach eigenen Angaben die „größte soziale Hausverwaltung Europas“. [2]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau 100 Jahre ist es her, als im Mai 1919 der Metz- leinsthaler Hof fertiggestellt wurde. Der Gemeindebau am Margaretengürtel 90 – 98 war der Erste seiner&lt;br /&gt;Art – und sein Spatenstich zugleich Startschuss für ein staatliches Wohnbauprojekt gigantischen Ausmaßes. In knapp zehn Jahren stampfte die Stadt Wien 380 Gemeindebauten aus dem Boden, insgesamt 64.000 Wohnungen. Die sogenannte „Ringstraße des Prole- tariats“, eine Art trotziger Gegenentwurf zur bürger- lichen Ringstraße, wurde zum Zentrum für billigen Wohnraum der Arbeiter_innenschaft. Dort steht auch heute noch der Metzleinsthaler Hof. Etwas unschein- bar. Läuft man den Margaretengürtel entlang, erinnert lediglich ein kleines zweizeiliges Schild an das für die Stadt Wien eigentlich so bedeutende Gebäude.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um 1900 leben in Wien mehr als zwei Millionen Menschen, 300.000 davon sind obdachlos. Als Reaktion auf die desaströsen Lebensumstände der weitgehend pauperisierten Arbeiter_innschaft – in Folge von Inflation und der verheerenden Versor- gungssituation nach dem 1. Weltkrieg - wagte man in Wien während der 1920er und 1930er Jahre ein „einzigartiges gesellschaftspolitisches Experiment“, wie es heute noch in der Ausstellung „Das Rote Wien“ heißt. Die Mieten der im Schnitt 42 Quad- ratmeter großen Wohnungen machten dabei nicht mehr als läppische vier Prozent des Familienein- kommens aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Besserstellung der Arbeiter_innenklasse.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Stein ins Rollen brachte die Ge- meinderatswahl im Mai 1919, an welcher erstmals auch Frauen teilnehmen durften. Die Sozialdemo- krat_innen hatten von nun an das Wiener Zep-&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;ter in der Hand, allen voran Neu-Bürgermeister Jakob Reumann. Da sich Wien nur kurz zuvor&lt;br /&gt;vom politisch konservativ ausgerichteten Nieder- österreich abgespalten hatte und von nun an als eigenes Bundesland galt, „konnten hier damals Reformprojekte zugunsten einer Besserstellung der Arbeiterklasse in Angriff genommen werden, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;in anderen Städten Europas kaum auch nur vor- stellbar gewesen wären“, wie der Sozialphilosoph Axel Honneth in einer 2015 in Wien abgehaltenen Preisrede erläutert [3]. Mit Julius Tandler, Victor Adler, Otto Bauer und vielen anderen erhielten die Sozialdemokrat_innen zudem reichlich intellektu- ellen Input bei der Umsetzung ihres sehr pragma- tisch und undogmatisch angelegten „sozialistischen Experimentalismus“. Nicht eine Utopie, ein gesell- schaftlich zu erreichender Endzustand, sondern die „brachliegenden Chancen einer möglichst schnellen Besserstellung der arbeitenden Bevölkerung“ war handlungsanweisend für die Wiener Wohn- und Sozialpolitik, wie Honneth festhält.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer soll das bezahlen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch hier war&lt;br /&gt;die Antwort der Wiener Sozialist_innen so einfach wie undogmatisch: Ein stark progressives Steuer- system und eine Luxussteuer auf Nobelgüter. Als „monumentaler Superblock“, wie er damals hieß, ging auch der Döblinger Karl-Marx-Hof aus diesem Zusammenspiel von sprudelnden Steuereinnahmen und wohnpolitischem Ehrgeiz hervor. Ein Gebäude, das auch heute noch in ganz Europa als Vorbild für eine progressiv ausgerichtete Wohnpolitik gilt. In den 1.382 Wohnungen, die zwischen Oktober 1926 und Oktober 1930 errichtet wurden, fanden rund 5.000 Menschen Platz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genug der Nostalgie. In den vergangenen zehn Jahren sind die Preise für Mietwohnungen in Wien um 35 Prozent gestiegen. Wer 2008 Brutto und inklusive Betriebskosten noch 390 Euro für seine Bleibe zahlte, wird heute monatlich um mehr als 525 Euro erleichtert – für dasselbe Mietobjekt [4]. Die einstiegen „Arbeiter_innenviertel“ werden Haus um Haus durch Lofts veredelt, schicke Cafés und ein paar hippe Installationen tun das Übrige. „Grätzel- aufwertung“ schimpft sich das – und wertet damit samt öffentlichen Raum meist auch gleich noch den Mietpreis in die Höhe. Auch hier ist der Wert also ein ambivalenter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kein Wiener Alleinstellungsmerkmal.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Berlin beispielsweise hat sich die Durch- schnittsmiete in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt [5]. Das ist mit ein Grund, warum in der Deutschen Hauptstadt gerade hitzig über Enteig- nungen von großen Immobilienfirmen gestritten wird. Und wiederum ein Grund, warum beispiels- weise die Bayerische FDP und die Bayerische AfD&lt;br /&gt;– in präventiver Panik bzw. in panischer Prävention – vorsichtshalber schonmal „Dringlichkeitsanträge“ in den Landtag einbrachten, um entsprechende Paragrafen, die solche Enteignungen potentiell möglich machen, aus der Bayerischen Verfassung zu streichen. Die „Anwendung eines Instruments des Sozialismus” werde die „marktwirtschaftliche Ordnung nachhaltig schädigen“, wie es im Antrag heißt [6]. Man mag das komisch finden, aber es ver- anschaulicht sehr gut, worum diese Debatte kreist: Es geht primär darum, die „marktwirtschaftliche Ordnung“ in Takt zu halten. Von leistbarem Wohnen findet sich in den Anträgen kein Wort, zu sozialistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zurück nach Wien, in die „Hauptstadt des bezahlba- ren Wohnraums“, wie die ZEIT im März 2017 titelte [7]. 1.900.000 Bewohner_innen zählt die österreichi- sche Hauptstadt seit Anfang dieses Jahres. Im Jahr 2026 sollen es laut Statistik Austria wieder mehr als zwei Millionen sein, so wie bereits 110 Jahre zuvor [8]. Und diese Menschen brauchen Platz. Bezahlbaren Platz. Um es vorweg zu nehmen: Denselben Ehrgeiz wie vor 100 Jahren legt Stadt Wien aktuell nicht an den Tag. Auch wenn sie immer noch unter sozialde- mokratischer Regentschaft steht – „die Blume aus dem Gemeindebau“ der Wolfgang Ambros einst ein eigenes Lied widmete, wird in Zukunft deutlich um- kämpfter sein als in der Vergangenheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Die Wiener Wohnbaupolitik ist die größte Förderung der Mittelschicht in der Stadt“, erklärte unlängst Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Aber was heißt das? Rund acht Euro zahlt man in Wien durch- schnittlich für einen Quadratmeter Wohnraum. Zum Vergleich: In München sind es 16 Euro pro Quadrat- meter. Ein Viertel aller Wohnung der österreichischen Hauptstadt sind in Besitz der Stadt, sind also Gemein- debauwohnungen, in denen Netto durchschnittlich nur 6,7 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden müssen.[9]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit 2004 stellte Wien den Gemeindewohnungsbau ein, fördert Wohnbau seither jedoch mit rund 550 Millionen Euro jährlich [6]. Auch den Privatisie- rungen von öffentlichem Wohneigentum verwehrt man sich nach wie vor konsequent – was in vielen anderen europäischen Großstädten schon lange nicht mehr der Fall ist. Durch die bereits 2015 wäh- rend des Gemeinderatswahlkampfes angekündigte Initiative „Gemeindebau Neu“ sollen bis 2020 bis zu 4.000 neue Wohnungen entstehen, für 7,50 Euro pro Quadratmeter. Davon sind aktuell „3.700 neue Gemeindewohnungen in verschiedenen Projektpha- sen in Umsetzung“, wie ein Sprecher von Wohnbau- stadträtin auf Nachfrage Gaál mitteilt. „Im Herbst dieses Jahres” werden in der Fontanastraße im 10. Bezirk erstmals Menschen in den „Gemeindebau Neu“ einziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während andernorts von einer „Neoliberalisierung der Wohnungspolitik“ die Rede ist, trifft dies auf Wien nur zum Teil zu. Wohnraum, der im Zuge der Initiative „Gemeindebau Neu“ entstehen soll, kommt in der Tat unteren und mittleren Einkommensschich- ten zu Gute. Wenn Wien jedoch, wie laut Prognosen, bis 2030 um mehr als 150.000 Menschen wachsen soll, sind 4.000 neue Wohnung nicht mehr als „ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie die beiden Wohn- politik-Expert_innen Lisa Vollmer und Justin Kadi analysieren [6]. Der Anteil gemeinnützigen Wohn- baus würde daher deutlich unter die bisherige 25 Prozent-Marke sinken. „Auch Wien ist keine Insel, an der globale Trends spurlos vorbeiziehen“, wie Gaáls Sprecher erklärt. In der Wohnbaustadtpolitik seien es vor allem „hohe Grundkosten“, die einer so ehrgeizi- gen Wohnpolitik wie einst im Wege stehen. Deshalb sollen zusätzlich zum „Gemeindebau Neu“ rund 7.000 neue Wohnungen pro Jahr entstehen, deren Bau von der Stadt gefördert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Anspruch auf Gemeindebau.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ins Auge sticht, ist, wer überhaupt Anspruch auf eine Woh- nung im Gemeindebau hat. Nämlich nur jene, die be- reits seit mindestens zwei Jahren ihren Hauptwohn- sitz in Wien gemeldet haben. Das heißt, Anspruch auf vergünstigten Wohnraum, haben bevorzugt jene, die bereits anderweitig in Wien untergekommen sind. Für Student_innen kommt der Gemeindebau daher vor erst einmal nicht in Frage. Für Geflüchtete und Migrant_innen ebenso wenig; Gruppen also, die im Schnitt unterdurchschnittlich verdienen und über- durchschnittlich auf niedrige Mieten angewiesen sind. Nachgefragt im Wiener Magistrat für Wohnbau: „In Wien kann man nicht an der Adresse erkennen, wie viel jemand verdient. Diese starke soziale Durchmischung haben wir zu einem großen Stück dem sozialen Wohnbau zu verdanken, der zu einem schönen Teil des Charmes und Charakters unserer Stadt geworden ist“. Wie man diesen „Charme“ auch zukünftig bewahren will, bleibt ein Geheimnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schwarz-Blau übernimmt Forderungen der Immobilienwirtschaft,&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was&lt;br /&gt;den privaten Wohnmarkt anbelangt, ist die Lage noch einmal deutlich angespannter: Die Einführung befristeter Mietverträge sowie eine Flexibilisierung des Mietrechts machen Mietwohnungen vor allem für Investor_innen attraktiv – weniger für Mieter_innen [10]. Kein Wunder also, dass es vor allem private Miet- wohnungen waren, die in den vergangenen Jahren am meisten aufgewertet wurden. Mitverantwortlich zeichnen hier auch sogenannte Dauer-Ferienunter- künfte, am prominentesten vertreten durch Airbnb, die besonders lukrative Einkünfte in Aussicht stellen. Und ein Blick ins schwarz/türkis-blaue Regierungsprogramm verspricht ebenso nichts Gutes: Im puncto Wohnen ähneln die Inhalte des Regierungspapiers den Forderungen der „Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft“ (ÖVI) auffallend stark. Teilweise wurden die Forderungen des Lobbyverban- des, der sich selbst als „Stimme der Immobilienwirt- schaft“ sieht, sogar Wort für Wort übernommen [11].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Johannes Greß (24) studiert Politikwissenschaft im Master und lebt als freier Journalist in Wien&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1 &lt;a href=&quot;http://www.wohnungsmarktbericht.at/links/pdf/&quot;&gt;http://www.wohnungsmarktbericht.at/links/pdf/&lt;/a&gt; BUWOG_WMB18_DE.pdf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 &lt;a href=&quot;https://www.wienerwohnen.at/100jahre.html&quot;&gt;https://www.wienerwohnen.at/100jahre.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;3 Nachzulesen bei: Honneth, Axel (2017): Die Idee&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;des Sozialismus, Suhrkamp: 169 – 180 4 &lt;a href=&quot;https://www.statistik.at/wcm/idc/&quot;&gt;https://www.statistik.at/wcm/idc/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;idcplg?IdcService=GET_PDF_FILE&amp;amp;RevisionSelecti&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;onMethod=LatestReleased&amp;amp;dDocName=079261 5 &lt;a href=&quot;https://www.tagesspiegel.de/berlin/ansteigende-&quot;&gt;https://www.tagesspiegel.de/berlin/ansteigende-&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;mietpreise-berliner-geben-46-prozent-des-einkommens-fuer-wohnen-aus/23070316.html&lt;br /&gt;6 &lt;a href=&quot;https://www.bayern.landtag.de/www/Elan-TextAblage_WP18/Drucksachen/Basisdrucksachen/0000001000/0000001396.pdf&quot;&gt;https://www.bayern.landtag.de/www/Elan-TextAblage_WP18/Drucksachen/Basis...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;7 &lt;a href=&quot;https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/wohnen-wien-preise-gentrifizierung-probleme&quot;&gt;https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-03/wohnen-wien-preis...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;8 &lt;a href=&quot;https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/demo-&quot;&gt;https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/be...&lt;/a&gt; graphische_ prognosen/bevoelkerungsprognosen/ index.html&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;9 Statistik Austria&lt;br /&gt;10 Vollmer, Lisa / Kaudi, Justin (2018): Wohnpolitik in der Krise des Neoliberalismus in Wien und Berlin: &lt;a href=&quot;http://prokla.com/wp/wp-content/up-&quot;&gt;http://prokla.com/wp/wp-content/up-&lt;/a&gt; loads/2018/prokla191-vollmer-kadi.pdf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;11 &lt;a href=&quot;https://diepresse.com/home/wirtschaft/econo-&quot;&gt;https://diepresse.com/home/wirtschaft/econo-&lt;/a&gt; mist/5401119/Wohnpolitik_SPOe-warnt-vor- Entwicklungen-wie-in-England&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 18 Jun 2019 13:26:21 +0000</pubDate>
 <dc:creator>progress</dc:creator>
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 <title>Sociogenomics - Zwischen Natur- und Sozialwissenschaften</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/sociogenomics-zwischen-natur-und-sozialwissenschaften</link>
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Rund hundert Jahre später zeigten Rosalind Franklins Messungen, wie DNA passierende Röntgenstrahlen beugt. Durch die Beugung des Lichts konnte sie Rückschlüsse über die Struktur des Moleküls ziehen. Die dabei entstandenen Aufnahmen waren die Grundlage für die spätere Entschlüsselung der DNA-Helix, die auch mit dem Nobelpreis geehrt wurde. Dabei war man sich erst wenige Jahre zuvor nach einem Experiment von Alfred Hershey und Martha Chase einig geworden, dass DNA - und nicht Proteine – die Trägerin genetischer Information ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kein Entkommen vom Pavlov’schen Reflex.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bekanntlich gibt es aber dennoch Einflüsse der sozialen Umwelt auf die Biologie. Schließlich war der Speichelfluss von Ivan Pavlovs Hunden empirisch messbar und das Lernen ist per Definition ein Prozess, bei dem Außeneinflüsse abgespeichert werden. Seit einigen Jahren sind weitere Indizien für umweltbasierte Veränderungen in der Erbinformation bekannt: Bei einer Maussorte war aufgefallen, dass ihre Fellfarbe und Fettleibigkeit mit der Nahrung variierte und die Gene auf eine bisher unbekannte Art und Weise beeinflusst wurden. Dass die Bausteine der DNA verändert werden können, folgt aus ihrer chemischen Natur. Entscheidend ist hierbei aber folgendes: In der Zelle befinden sich Histone, kleine Proteine, um die sich die DNA-Fäden wickeln, sodass die zwei Meter langen Stränge in der Zelle Platz haben. Diese Histone können durch spezifische Umwelteinflüsse aktiviert oder deaktiviert werden. Aus dieser Erkenntnis und den technischen Fortschritten bei der Entschlüsselung der DNA-Sequenz haben sich mittlerweile diverse Subdisziplinen entwickelt. Sie alle eint eine „-omics“-Endung. So sind Studien, bei denen die Gesamtheit der Gentranskripte analysiert wird, die „Transcriptomics“, die der Genome, also der Gesamtheit der Gene eines Organismus, die „Genomics“. Mit der jungen Disziplin der Social Genomics hat sich auch eine Disziplin entwickelt, die untersuchen möchte, wie soziale Faktoren die Aktivität vom Genom beeinflussen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bienen und Politik.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;„Social Genomics umfasst auf der einen Seite das Identifizieren der Gene, die soziales Verhalten beeinflussen. Auf der anderen Seite umfasst es aber auch das Erforschen der Umwelteffekte auf die Gene“, so lautet zusammengefasst die bevorzugte Definition von Gene E. Robinson. Robinson ist Professor an der University of Illinois in Urbana- Champaign und war einer der Ersten, die sich mit dem Thema beschäftigten. Er fand 2002 das erste der Gene, die bei Bienenvölkern für die Arbeitsaufteilung zuständig sind, und ein Jahr später publizierte er eine Arbeit darüber, wie sich soziale Einflüsse bei der Arbeitsaufteilung im Transkriptom widerspiegeln. Seine Forschung stützt sich auf die Anwendung neuer Techniken, um die molekulare Basis von Sozialverhalten zu ergründen. Damit sind zum Beispiel High Throughput Technologies gemeint. Diese erlauben es, große Mengen zellulärer Informationen (in Form von mRNA, DNA oder Proteinen) automatisiert zu sequenzieren. Einige Unis haben mit den gewonnen Daten bereits ganze Datenbanken für den öffentlichen Zugriff angelegt. Doch auch wenn Robinson mit Bienenvölkern arbeitet, ist Social Genomics nicht nur eine naturwissenschaftliche Disziplin. Die drei Politikwissenschaftler_ innen John Alford, Carolyn Funk und John Hibbing untersuchten 2005 im Fachmagazin „American Political Science Review“, ob politische Orientierung genetisch vererbt wird. An diese Fragestellung schlossen sich andere an und hinterfragten den Zusammenhang zwischen Genen, die bei Depressionen beteiligt sind, und Wahlverhalten. Letztendlich entstand das Feld der Genopolitics, der genetischen Untersuchung politischen Verhaltens. Genopolitics ist ein Teil von Sociogenomics. Zur Abgrenzung von Sociogenomics mit „rein naturwissenschaftlichen“ Zugängen wird auch der Term „Social Science Genomics“ verwendet. „Social Science Genomics ist dabei mehr ein Phänomen der Sozialwissenschaften als der Biologie, da es hauptsächlich Sozialwissenschaftler_innen sind, die genomische Methoden und Daten verwalten, um soziale Phänomene zu untersuchen“, so Kaya Akyüz, der sich im Rahmen seiner Doktorarbeit am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Uni Wien damit beschäftigt, wie sich neue Forschungsfelder entwickeln. Er selbst fokussiert sich hierbei auf Genopolitics: „Social Genomics und Genopolitics entspringen der Big Data Ära, in der quantitative Sozialwissenschaftler_ innen die Möglichkeit erkannten, genomische Daten in ihre Forschung einzubeziehen.“ So ähnlich erlebte es Robinson: „Ich habe den Bedarf gesehen, diese mächtigen neuen Werkzeuge in die Studie von Sozialverhalten aufzunehmen. Insbesondere dabei jene, die uns erlauben zu verstehen, wie ‘Umwelt‘ funktioniert.“ Als „mächtig“ gelten diese Werkzeuge vor allem, weil man damit mittlerweile die gesamte zelluläre Erbinformation entschlüsseln kann. So ist es heute – bei entsprechendem Budget - möglich, innerhalb eines Tages das Genom eines Menschen zu entschlüsseln. Bis zum Jahr 2000 brauchten Wissenschaftler_innen dafür noch Jahre.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Preis vom Fortschritt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie bei anderen neuen Technologien ist auch hier die Frage nach den Gefahren relevant. „Ob generiertes Wissen für Eugenik missbraucht werden kann, ist schwer zu sagen; gerade im Hinblick auf unberechenbare Regierungen wie jener Trumps“, so Akyüz. Er sieht aber mehr das Problem darin, dass Menschen Dinge determiniert sehen, sobald von DNA die Rede ist: „Wir haben eine Tendenz, essentialistisch zu denken, wenn es um Genetik geht. Hierauf reagieren aber auch Social Genomicists, indem sie angeben, dass Genetik eben nur einen Teil der Variation erklärt.“ So meint auch Robinson, dass „Sociogenomics den richtigen Rahmen bietet, um eugenisches Denken zu verhindern, schließlich ist das Hervorheben der Rolle der Umwelt auf das Genom das Gegenteil von genetischem Determinismus.“ Aus der genaueren Kenntnis einzelner Gene ergibt sich jedoch ein weiteres Risiko, jenes der „postmodernen Eugenik“. „Hier ist nicht mehr der Staat Akteur, sondern Individuen. Ein Szenario wäre, dass sich Menschen im Rahmen von Familien- oder Karriereplanung für genetisch veränderte Babys oder körperliche genetische Veränderungen entschieden, da sie sich eine Verbesserung erhoffen“, erklärt Akyüz. Das klingt jetzt alles ziemlich nach Science-Fiction. Versuche, genetische Veränderungen in Embryonen durchzuführen, gab es aber bereits in China und in den USA. So hat Shoukhrat Mitalipov letzten Sommer 145 menschliche Embryonen genetisch so verändert, dass ein Gen, das zum plötzlichen Herzstillstand führt, ausgeschaltet wurde. Die Embryonen wurden zwar nie in Gebärmütter eingepflanzt, sie lösten aber dennoch ethische Debatten aus. Auch wenn letztere Versuche auf Grund der ethische Fragwürdigkeit in Europa unwahrscheinlich sind, vorgeburtliche Auswahlmöglichkeiten gibt es schon einige und Präimplantationsdiagnostik (PID), wie sie bei künstlicher Befruchtung in Großbritannien zum Einsatz kommt, liefert genauere Ergebnisse über genetische Veränderungen an Embryonen als bisher. PID ist zwar in Österreich nur unter Auflagen erlaubt, aber es wird auch ohne PID stark selektiert. So sollen bereits Millionen weiblicher Föten aufgrund der früheren Ein-Kind-Politik in China vor der Geburt abgetrieben worden sein. Freilich ist das ein Feld offener Debatte, das nicht im Widerspruch zum Selbstbestimmungsrecht von Frauen gesehen werden sollte. Aber zu diskutieren, wie mit technischen Fortschritten umgegangen werden soll, anstatt Frauen und Familien in Entscheidungen alleine zu lassen, erscheint sinnvoll. Gibt es Krankheiten, die man vor der Geburt verhindern darf und sollte, oder läuft man generell in Gefahr, die ökonomische Verwertungslogik bereits vor der Geburt an die nächsten Generationen weiterzugeben? Die Tatsache, dass in China Föten aufgrund ihres Geschlechts abgetrieben werden, zeigt zumindest, wie abstrus „unerwünschte“ Eigenschaften sein können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Brücken bauen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kann nun Social Genomics das Gegensatzpaar von Umwelt und Vererbung auflösen? „Nachdem Umwelt und Vererbung als Gegensatzpaar akzeptiert sind, ist dieses auch nicht aufzulösen“, meint Akyüz. Catherine Bliss von der University of California in San Francisco ist da anderer Meinung: „Eine Wissenschaft, die natur- und sozialwissenschaftliche Zugänge in einer ausgeglichenen Art und Weise verbindet - wo beiden Seiten der Gene-gegen- Umwelt-Gleichung genauso viel Aufmerksamkeit bekommen - sollte die alten Ideen von Umwelt und Vererbung sprengen.“ Kaya Akyüz lenkt ein: „Die aktuelle Situation erlaubt vielen, sich in transdiziplinären Gruppen zu engagieren, die die Grenzen ausloten können.“ Für Bliss, die letzten Monat ein Buch zu Social Genomics veröffentlicht hat, ist genau diese Interdisziplinarität eine ihrer Stärken: „Meine Befürchtung ist nur, dass die Wissenschaft momentan einseitig auf die genetische Seite ausgerichtet ist.“ Vor dem Schreiben des Buches beschäftigte sich Bliss mit der Entwicklung der Social Genomics und schaute sich an, wie Genetiker_innen mit kritischen Variablen wie ethnischer Differenz umgingen. Erst später fiel ihr auf, dass auch Sozialwissenschaftler_ innen beteiligt sind. Sie hinterfragte daraufhin deren Einfluss in der Debatte und ob durch sie ein verantwortungsvollerer Umgang mit kritischen Variablen an den Tag gelegt wird. Für Bliss steht jedenfalls fest: „Die Social Genomics sind weder rein sozial-, noch rein naturwissenschaftlich. Es ist ein wahrlich transdisziplinäres Feld, das die Macht hat, sozial- und naturwissenschaftliche Perspektiven in wichtigen und neuen Wegen zu vereinen.“ Akyüz erinnert aber: „Selbst wenn Wissenschaftler_ innen versuchen, Gene und Umwelt miteinander zu verbinden, sind sie letztendlich limitiert von den Faktoren, die dem Feld erlauben, sich weiter zu entwickeln.“ So kann Wissenschaft auf Basis großer Datenbanken nur so komplex sein, wie die Daten, die ihr zu Grunde liegen. Fehlen Informationen über biologische oder soziale Parameter, stößt die Analyse schnell an ihre Grenzen. So ließen sich aus derzeitigen Bestände genomischer Daten bereits ganze Fachzeitschriften mit Genen füllen, die einem bestimmen Verhalten zu Grunde liegen könnten. Aber ohne weitere Daten über das Zusammenspiel von Zelle und sozialer Umwelt werden die Social Genomics ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. kommt, dann reagiert man darauf mit Geldstrafen. Wenn man die neun Seiten über Bildung im Regierungsprogramm liest, kommt der Verdacht auf, dass die vergessen wurden, die es am meisten betrifft – nämlich die Schüler_innen.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Tue, 17 Apr 2018 12:20:31 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin_a</dc:creator>
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 <title>Hochschulpolitische Fragen</title>
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&lt;p&gt;Have a look.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser hochschulpolitischer Fragebogen an alle bundesweit kandidierenden Parteien:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1.&lt;/strong&gt; Wirtschafts-, und Wissenschaftsministerium sind ja derzeit zusammengelegt. Ist Ihre Partei für ein eigenständiges Wissenschaftsministerium, und warum (nicht)?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2.&lt;/strong&gt; Welche Hochschule, beziehungsweise das Hochschulsystem welches Landes hält Ihre Partei für vorbildhaft?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3.&lt;/strong&gt; Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die soziale Durchmischung des Hochschulsystems auszubauen und sozialer Selektion entgegenzuwirken?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4.&lt;/strong&gt; Der Hochschulzugang in Österreich für Drittstaatsstudierende hat sich in den letzten Jahren drastisch erschwert (Stichwort Anerkennung Deutschzertifikate an der Uni Wien, doppelte Studiengebühren). Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;5.&lt;/strong&gt; Wie stellen Sie sich die zukünftige Entwicklung des Fachhochschulsektors vor?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit der Artikel nicht zu unübersichtlich wird findet ihr hier die Links zu den Antworten der jeweiligen Partei/Liste:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/spoe&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/oevp&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Liste Kurz (Österreichische Volkspartei)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/fpoe&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/gruene&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die Grüne Alternative (Die Grünen)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/neos&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;NEOS - Das Neue Österreich gemeinsam mit Irmgard Griss, Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Verantwortung (NEOS)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/kpoe&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kommunistische Partei Österreichs und Plattform Plus - offene Liste (KPÖ) &lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/pilz&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Liste Peter Pilz (PILZ)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/fps&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Freie Liste Österreich &amp;amp; FPS Liste Dr. Karl Schnell &lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.progress-online.at/nrw2017/weissen&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die Weissen - Das Recht geht vom Volk aus. Wir alle entscheiden in Österreich. Die Volksbewegung (Weiße)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Liste Roland Düringer - Meine Stimme GILT (GILT): Hat uns keine Antworten geschickt&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 11 Oct 2017 19:11:36 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin_a</dc:creator>
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 <title>„Das zentrale Element ist die Beziehung“</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/%E2%80%9Edas-zentrale-element-ist-die-beziehung%E2%80%9C</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2471&quot; class=&quot;file file-image file-image-jpeg&quot;&gt;

        &lt;h2 class=&quot;element-invisible&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/file/2471&quot;&gt;S12_Patenprogramm_Rauch.jpg&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
    
  
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&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-autor-in field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;AutorInnen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/autorinnen/johannes-pucher&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Johannes Pucher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/refugee&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Refugee&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/refugees&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Refugees&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/refugees-welcome&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Refugees welcome&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/patenschaft&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Patenschaft&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-shariff field-type-shariff field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div class=&quot;shariff&quot;  data-services=&quot;[&amp;quot;twitter&amp;quot;,&amp;quot;facebook&amp;quot;]&quot; data-theme=&quot;colored&quot; data-orientation=&quot;horizontal&quot; data-lang=&quot;de&quot; data-url=&quot;https://progress-online.at/artikel/%E2%80%9Edas-zentrale-element-ist-die-beziehung%E2%80%9C&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-content-sidebar field-type-field-collection field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-content-sidebar/1842&quot;&gt;
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&lt;p&gt;Ich bin mit zwei jungen Männern verabredet, die mir von ihrer Freundschaft erzählen wollen. Als Treffpunkt haben wir das Gartenbaukino gewählt, weil sie bei ihrer ersten Verabredung auch im Kino waren und Kung Fu Panda gesehen haben. Yousef ist 23, hat einen melancholischen Blick und trägt einen dichten Bart. Manuel ist 22 und man sieht ihm seine Freundlichkeit auf den ersten Blick an. Ich sehe sie, bevor sie auf mich aufmerksam werden und kann die Vertrautheit zwischen den beiden schon von weitem erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Sommer 2014 hat Yousef seine Heimat Syrien verlassen. Das Regime von Baschar al-Assad hatte ihn mit 20 Jahren festgenommen und für ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis gesteckt. Danach hielt ihn nichts mehr in Damaskus. Als er das Land verlassen hatte, wurden auch seine Mutter und sein Bruder verhaftet. Den Grund seiner Festnahme kennt er bis heute nicht. Wahrscheinlich hat jemand gemerkt, was er von Assad hält.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Jahr später, im Sommer 2015, ist Manuel das erste Mal auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam geworden. In St. Pölten, wo er mit seinen Eltern lebt, hat er davon nichts gemerkt, aber in Wien waren die vielen neu ankommenden Menschen nicht zu übersehen. Als er nach einer Möglichkeit suchte mitzuhelfen, die Situation der „Neuen Österreicher“, wie Manuel sie gerne nennt, zu verbessern, hat er von dem Projekt „Connecting People“ gehört.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;CONNECTING PEOPLE.&lt;/strong&gt; Dabei handelt es sich um eines der Patenschaftsprojekte für junge Flüchtlinge in Wien. Seit 2001 arbeitet ein kleines Team der NGO „Asylkoordination Österreich“ daran, Jugendliche, die neu in Österreich sind und sich eine Bezugsperson wünschen, an ÖsterreicherInnen zu vermitteln. Ähnliche Projekte gibt es auch von der Caritas, der Volkshilfe und dem Integrationshaus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was eine Patenschaft ist und wie sie sich gestaltet, ist offen. „Das zentrale Element ist die Beziehung“, sagt Klaus Hofstätter, der das Projekt leitet: „Für uns ist nicht diejenige Patenschaft die beste, wo man sich jeden Tag trifft, sondern die, in der beide Beteiligten das bekommen, was sie sich von einer Patenschaft erwarten.“ Das kann von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen. Manche brauchen Unterstützung beim Deutschlernen, andere einfach jemanden, der oder die ihnen Wien zeigen kann. Wieder andere suchen wirklich eine enge Bindung und eine Patenschaft kann dazu führen, dass eine enge Freundschaft entsteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;GELUNGENER START.&lt;/strong&gt; Bei Manuel und Yousef scheint der Begriff Patenschaft jedenfalls unpassend. Es ist längst eine Freundschaft entstanden. „Yousef ist ein sehr offener, zugänglicher Mensch. Das hat ihm auch selbst den Start in Wien leichter gemacht“, erklärt Manuel. Mittlerweile hat Yousef Asyl bekommen und einen Job als Mechaniker gefunden. Sein Chef kommt wie er aus Syrien. Jeden Vormittag geht er drei Stunden in den Deutschkurs. Sein Chef ermöglicht das, weil es ihm wichtig ist, dass Yousef mit Deutsch schnell vorankommt. Schließlich muss der Laden auch laufen, wenn der Chef nicht da ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl Yousef sich seinen Start in Wien mit viel Selbstständigkeit erkämpft hat und soweit alles ganz gut läuft, ist es für ihn in vielen Situationen eine große Unterstützung, eine Bezugsperson zu haben. Das fängt schon bei Kleinigkeiten wie der Post an. „Wenn ich etwas nicht verstehe, weiß ich nicht einmal, ob es wichtig ist oder nicht“, erklärt er. „Bei manchen Briefen vom Sozialamt tu ich mir selbst schwer, zu wissen, was man von ihm verlangt“, sagt Manuel. Auch zum Interview vor der Asylbehörde, wo Yousef zu seinen Fluchtgründen befragt wurde, hat Manuel ihn begleitet. „Wenn Manuel mitkommt, habe ich nicht so viel Angst“, erzählt Yousef. Nach einer Stunde war das Interview überstanden und drei Monate später kam der positive Bescheid per Post.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;PATENENSCHAFT FUNKTIONIERT.&lt;/strong&gt; Die meisten Patenschaften, die das Team von „Connecting People“ bisher vermittelt hat, betreffen unbegleitete minderjährige AsylwerberInnen. Jugendliche, die oft mehr brauchen als nur Obsorgeberechtigte vom Jugendamt und die Betreuung im Asylquartier. Sie wünschen sich oft tatsächlich eine Familie. Bei unter 18-Jährigen sind deshalb die Erwartungen Erwartungen an die PatInnen meist weit höher als bei jungen Erwachsenen. Seit 2012 vermittelt die „Asylkoordination Österreich“ in einem eigenen Projekt auch Patenschaften für junge Erwachsene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer sich für eine Patenschaft interessiert, wird in sechs Seminartagen eingeschult. Es geht um Themen wie das Asylverfahren, die Unterbringung und den Alltag sowie psychische Belastungen von AsylwerberInnen. Klaus Hofstätter geht nach seinem Gefühl, wenn er aussucht, welche PatInnen er welche Jugendlichen vorstellt. Es kommt durchaus auch mal vor, dass eine Patenschaft nicht funktioniert, die Chemie nicht stimmt. Das ist aber in Ordnung. Für PatInnen sind Klaus Hofstätter und seine KollegInnen immer erreichbar und im ersten Jahr gibt es regelmäßige Treffen aller PatInnen, um sich auzutauschen und auch Rat zu bekommen, wenn es nötig sein sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über 700 Patenschaften hat „Connecting People“ seit dem Projektstart 2001 vermittelt. Die meisten davon im Jahr 2016. „Nachdem wir normalerweise 40 bis 70 Patenschaften im Jahr vermitteln, waren es 2016 stolze 170“, sagt Hofstätter und meint abschließend: „In letzter Zeit wären mehr Patenschaften aber durchaus wünschenswert.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Johannes Pucher studiert den Master Journalismus &amp;amp; Neue Medien an der FH WKW in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Tue, 20 Jun 2017 18:50:20 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Null-Euro-Jobs als Zukunft der Arbeit</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/null-euro-jobs-als-zukunft-der-arbeit</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2454&quot; class=&quot;file file-image file-image-png&quot;&gt;

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&lt;p&gt;Unter dem Hartz-IV-System in Deutschland vollzog sich eine grundlegende Transformation des Verhältnisses der Arbeitslosen zum Staat. Der Zwang, am sektionierten Arbeitsmarkt der sogenannten Ein-Euro-Jobs teilzunehmen, kommt einer Verstaatlichung der Arbeitskraft gleich. In Österreich drohen nun ähnliche Entwicklungen. In jener Phase des Kapitalismus, die Karl Marx beobachten und analysieren konnte, als er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das „Kapital“ schrieb, war das Verhältnis der LohnarbeiterInnen zu ihrem jeweiligen Staat klar: Sie waren doppelt frei in jenem Sinne, dass es ihnen zum einen als Rechtssubjekten ermöglicht war, frei von unmittelbarem Zwang ihrer ökonomischen Betätigung nachzugehen; zum anderen waren sie jedoch auch frei von eigenen Produktionsmitteln, weshalb der „stumme Zwang der Verhältnisse“ (Marx) ihnen keine andere Möglichkeit bot, als durch Verkauf ihrer Arbeitskraft am Markt ihren Unterhalt zu besorgen. Die Lohnabhängigen waren in dieser Phase weitgehend auf Gedeih und Verderb dem Marktgeschehen ausgeliefert; konnten sie ihre Arbeitskraft zeitweilig nicht verkaufen, zählten sie zur „industriellen Reservearmee“ und warteten – unterstützt durch Almosen oder später durch staatliche Sozialhilfe – darauf, wieder zum Zug zu kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;VERSTAATLICHUNG DER ARBEITSKRAFT.&lt;/strong&gt; Heute hat man sich in den meisten westlichen Ländern mit einer Sockelarbeitslosigkeit abgefunden, das heißt mit einem Anteil an Arbeitslosen in der Bevölkerung, die selbst bei vollständiger Auslastung der Produktionskapazitäten in der Wirtschaft ihre Arbeitskraft nicht verkaufen könnten. In Deutschland führte diese Akzeptanz der Sockelarbeitslosigkeit zu jenen Maßnahmen, die unter dem Namen Hartz IV bekannt sind: Dazu zählen einschneidende Kürzungsmaßnahmen bei Nicht-Einhaltung der vielen Regeln, die EmpfängerInnen der Sozialhilfe einzuhalten haben (Residenzpflicht, Arbeitssuche, regelmäßige Termine im Job-Center etc.). Berühmt-berüchtigt wurden etwa die im Rahmen von Hartz IV eingeführten Ein-Euro-Jobs. Dabei handelt es sich um von Staats wegen generierte Arbeitsplätze, meist in „gemeinnützigen“ Arbeitsbereichen, die bei vollem Gehalt ökonomisch nicht rentabel wären. Der Staat nimmt nun die Rolle ein, die ökonomisch nicht verwertbare Arbeitskraft der Langzeitarbeitslosen mit der nicht vollwertig bezahlbaren Arbeitsstelle zusammenzuführen. Mit anderen Worten: Wer Hartz IV bezieht, weil er/sie niemanden findet, der auch nur den Mindestlohn für die eigene ungebrauchte Arbeitskraft bezahlt, wird vom Staat gezwungen, sie eben unter ihrem Wert zu verkaufen – wer bei den Ein-Euro-Jobs nicht mitmacht, bekommt schlicht und einfach keine Sozialhilfe mehr. Die „doppelt freien“ ArbeiterInnen werden heute also zunehmend doppelt unterdrückt: Nicht mehr nur der „stumme“ Zwang dieser Gesellschaft rückt ihnen an den Leib, sondern zunehmend auch der Staat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ÖSTERREICH GOES HARTZ IV.&lt;/strong&gt; Ähnliche Entwicklungen bahnen sich schon länger in Österreich an. Die hier unter dem Namen „Bedarfsorientierte Mindestsicherung“ bekannte Sozialhilfe war zwar von 2010 bis Jahresanfang 2017 bundesweit gesetzlich garantiert, jedoch in föderalistischer Manier von den neun Bundesländern ausgezahlt; die Höhe und die mit ihr einhergehenden Auflagen und Zwänge konnten also seit jeher höchst unterschiedlich ausfallen. Seit es ab dem 1.1.2017 gar keine bundesweiten Bestimmungen mehr gibt, gilt etwa in Niederösterreich die neue Regelung, wonach BezieherInnen der Mindestsicherung zu befristeten und „zumutbaren“ gemeinnützigen Tätigkeiten gezwungen werden können. Durch die Medien ging etwa erst Ende Februar ein Fall, bei dem die niederösterreichische Stadtgemeinde Horn eine 84jährige Pensionistin zur Arbeit zwingen wollte. Der Aufschrei, der dann folgte, galt lediglich dem Umstand, dass hier eine Pensionistin bzw. in anderen Fällen chronisch kranke Menschen zur gemeinnützigen Arbeit aufgefordert wurden – gegen die Verstaatlichung der Arbeitskraft, die sich hier ankündigt, wurde aber kein Einspruch erhoben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SOBOTKA UND KURZ.&lt;/strong&gt; Angesichts des Auslaufens der alten bundesweiten Regelung mit Anfang 2017 entspann sich eine mehrere Monate anhaltende Diskussion um ein neues Gesetz. Im Zuge dieser Debatte wurde klar, wohin die Reise zumindest für die ÖVP gehen soll. So stieß etwa Innenminister Sobotka mit dem Vorschlag vor, ebenfalls Ein-Euro- Jobs für BezieherInnen der Mindestsicherung, und damit eine Angleichung an das deutsche Modell einzuführen. Da bis heute keine einheitliche Regelung im Bund erzielt werden konnte, steht es den Bundesländern aber ohnehin frei, Sobotkas Vorschläge zu erwägen. Ob die restlichen Bundesländer es Niederösterreich in Zukunft gleichtun wollen, oder sich mit Kürzung und Deckelung, wie etwa im Burgenland, begnügen, bleibt offen und hängt von den jeweiligen politischen Entwicklungen ab. Dem neuen sogenannten Integrationspaket der Regierung nach zu urteilen, eilt man Sobotkas Vorschlägen aber auch bundesweit hinterher, vermochte es doch Sebastian Kurz für die ÖVP durchzusetzen, dass künftig Asylberechtigte, die Mindestsicherung beziehen, auch gemeinnützige Arbeit leisten müssen – oder Null-Euro-Jobs, wie Kurz die Zwangsarbeit euphemistisch betitelte. Obwohl es in Teilen der SPÖ noch erheblichen Widerstand dagegen gibt, den Arbeitszwang von Staats wegen auch für die autochthone Bevölkerung einzuführen, ist es nicht zu leugnen, dass nun auch in Österreich in puncto Zwangsarbeit ganz deutlich ein Damm gebrochen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lucilio Zwerk studiert Politikwissenschaft an der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Fri, 12 May 2017 19:47:00 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Wie viel Pop verträgt Feminismus?</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/wie-viel-pop-vertr%C3%A4gt-feminismus</link>
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&lt;p&gt;Wenn sich Unternehmen feministische Ästhetik für Verkaufszwecke ausborgen, dann ist das durchaus irritierend. Vor allem, weil nicht immer klar ist, ob nun Umsatzsteigerung oder offene Unterstützung frauenpolitischer Agenden im Vordergrund stehen. Ebenso ist es mit Promis, für die Feminismus in ihrer Kommunikationsstrategie eine Rolle spielt. Im Oktober 2016 referierte Bitch- Media-Chefredakteurin Andi Zeisler im Rahmen des Business Riot zum Thema „Marketplace Feminism“. Dieser Feminismus kommt unpolitisch daher und will vor allem eines: Feminismus als Lifestyle mit entsprechend käuflich erwerbbarer Produktpalette feilbieten. Mit ihrem Buch „We Were Feminists Once“, das gerade auf Deutsch erschienen ist, hat sie den Kern der Debatte getroffen. Wenn sie die Umweltbewusstseins- Kampagnen der Hollywood-Stars der 90er und frühen 2000er mit der Vereinnahmung des feministischen Diskurses durch Prominente und Turnschuhhersteller vergleicht, dann wird klar, dass Feminismus derzeit schlichtweg im Trend liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andi Zeisler kommt zum Schluss, dass wir aufmerksam und behutsam mit Feminismus umgehen müssen, um hohle Marketingstrategien rund um Girlpower und Girlgang zu enttarnen: Ein Hashtag alleine ist kein politischer Akt. Damit hat sie recht: Wenn ein Label vordergründig politische Anliegen unterstützt und ich deshalb seine Produkte kaufe, unterstütze ich noch immer die Firma und nicht die politische Bewegung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FEMINISMUS SCHLÄGT ZURÜCK.&lt;/strong&gt; Wie geht man mit Initiativen um, die zwar breit mobilisieren können, aber bestehende bzw. feministische Diskurse vernachlässigen und Begrifflichkeiten einführen, die nichts mit kollektiven Unrechtserfahrungen zu tun haben? Leonie Karpfer, Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge, betont die Ambivalenzen, die eine kritisch-feministische Aneignung popkultureller Strömungen in sich birgt: „Popfeminismus darf nicht inhaltslos bleiben, sondern muss klar gesellschaftliche Missstände anprangern. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf die kapitalistische und neoliberale Vereinnahmung von popfeministischen Strömungen aufmerksam zu machen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wäre nun, wenn der Feminismus quasi dem Kapitalismus eins auswischt, und sich Marktstrategien aneignet, um seine Agenden zu verbreiten? Das ist wissentlich oder unabsichtlich die Strategie vieler junger Initiativen, die vor allem die Funktionsmechanismen der sozialen Medien zu nutzen wissen. Kapitalismus und seine Kritik tanzen immer Tango und besonders ersterer eignet sich findig die Strategien seiner Gegner_innen an, wie Luc Boltanski und Ève Chiapello in ihrem Buch „Der neue Geist des Kapitalismus“ Anfang der 2000er Jahre herausstellten. Was aber, wenn sich nicht nur der Kapitalismus die Modi seiner Kritik aneignen kann, sondern auch umgekehrt die Kritik die kapitalistischen Kommunikationsstrategien?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Vorgehensweise birgt einige Gefahren. Beispielsweise, in feministische Belanglosigkeit abzudriften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;MARKENBOTSCHAFTLER_INNEN.&lt;/strong&gt; Besonders gefährlich ist Popfeminismus dann, wenn die Gesichter, über die er kommuniziert wird, einem dominanten Schema entsprechen, das sich grob als weiß, heterosexuell und privilegiert beschreiben lässt und in Modelmaßen daherkommt. Wenn (sozialisierte) Ästhetik über Inhalt steht, bzw. der Inhalt gar nicht mehr erkennbar ist vor lauter Glamour, dann wird kein Dienst an feministischen Bestrebungen geleistet. Zwar können solche Bilder durchaus als disruptiv gegenüber diskriminierenden und klischeehaften Bildern von Feminist_innen gewertet werden; da das Aufbrechen solcher Stereotype aber meist nicht das Ziel von Werbekampagnen ist, werden hier schlichtweg Bilder ausgetauscht. Die Feministin von damals ist von Kopf bis Fuß behaart und frisst im Kurzhaarschnitt die Männer um sich herum, die Feministin des 21. Jahrhunderts posiert auf Instagram mit Schmollmund im „The Future is Female“-Shirt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beide Stereotype sind gleichsam gefährlich, spaltend und werden der Diversität der Akteur_innen nicht gerecht. Wenn sich die Werbeindustrie am feministischen Diskurs bedienen will, dann wäre es wünschenswert, sie würde das in der Verantwortung machen, die so eine Aneignung mit sich bringt – oder sie lässt es bleiben. Umgekehrt steht es feministischen Initiativen frei, sich diese Öffentlichkeit kritisch anzueignen, lautstark Inhalte einzufordern, wo sie nicht vorhanden sind, und Werbegags zu enttarnen. Wer sich seitens der Werbeindustrie aufdrücken lässt, wie Feminismus auszusehen hat, hat womöglich nicht die nötigen Instrumente, sich gegen so eine Vereinnahmung zu wehren. In diesem Sinne braucht es Aufklärungsarbeit von inhaltsstarken Initiativen. Denn unterm Strich bleibt: Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sich die feministische Bewegung durch Marketingstrategien spalten lässt, denn gerade in Zeiten des Aufschwungs der konservativen, antifeministischen Rechten braucht es eine breite, gemeinsame Lobby, die kritischen Diskurs zwar nach innen betreibt, aber nach außen mit gemeinsamer Stimme spricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Therese Kaiser ist Co-Geschäftsführerin des Business Riot Festivals und ist in verschiedenen feministischen Initiativen aktiv. Sie hat Politikwissenschaft an der Universität Wien studiert.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Thu, 11 May 2017 18:30:41 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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 <title>Behinderung* ist sexy und hip!</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/behinderung-ist-sexy-und-hip</link>
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&lt;p&gt;Ist Sex wirklich nur etwas für nichtbehinderte* Lebensweisen? Behinderung* ist eine vielfältige Variante menschlicher Lebensrealität, jedoch wird sie in vielen Kontexten noch immer nicht als solche betrachtet. Besonders die Thematik Sex und Dis_ability scheint unangebracht, abnormal und unerwünscht zu sein. Wir haben es also mit der „Compulsory Ableness“ zu tun, der zwanghaften Unversertheit sexualisierter Körperlichkeit(en).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sex ist etwas für nicht-behinderte Körperlichkeit(en).Alles, was nicht normative Sexualität ist, wird unterdrückt und tabuisiert, denn Sexualität ist eine Angelegenheit der Ablebodied People; Disabledness ist unsexy. „Sexualität ist oft der Punkt unserer tiefsten Unterdrückung und jener unseres tiefsten Schmerzes. Denn es ist einfacher, über Arbeit, Bildung und Wohnen zu sprechen und Strategien gegen diesbezügliche Diskriminierung zu formulieren als es über unsere Exklusion von Sexualität und Reproduktion ist“, konstatierte die DisAbility- Aktivistin Anne Finger schon vor mehr als 10 Jahren in einem Erklärungsmanifest.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dis_abled Sex ist queer.&lt;/strong&gt; „Was genau machst du beim Sex?“ ist eine an Menschen mit Dis_ability häufig gestellte Frage. Eine Frage, die auch an viele Queers gerichtet wurde. Die Situation von Queeren Personen und Communitys wie auch Cripped People und Communitys weisen in vielen Bereichen eine große Ähnlichkeit auf. Sie werden jedoch noch immer nicht zusammen gedacht und in intersektionelle, das heißt Diskriminierungskategorien übergreifende Verwobenheiten, einbezogen. Diese Verknüpfungen und Verwobenheiten sollten erkannt und für Austausch und Vernetzung genutzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Plural gedacht bezieht queer als (politisch- strategischer) Überbegriff auch alle Menschen und Handlungen mit ein, die nicht den gesellschaftlich konstruierten Normen entsprechen können oder wollen. Aus dieser Perspektive kann Dis/ability als queer betrachtet werden. Unterschiedliche Begehren sind vielfältige Varianten menschlichen Daseins! Doch noch immer wird Sex in Zusammenhang mit Behinderung als pervers betrachtet: Ihm wird Unnatürlichkeit, Unfähigkeit, Zeugungsunfähigkeit etcetera zugeschrieben und er wird als Abnormalität tituliert, anstatt als vielfältige Variante – genauso wie Homound Bi*sexualitäten, intergeschlechtliche und trans* Körper und viele mehr. Was steht also dieser Öffnung hin zur Vielfalt im Weg?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Behinderte(s) Begehren?&lt;/strong&gt; Unsere Mitmenschen mögen es oft als (moralisch) verwerflich ansehen, wenn Menschen mit DisAbility begehrt werden. Doch was finden sie daran moralisch verwerflich? Kulturellen Repräsentationen nach werden Menschen mit Dis_ability in „unserer“ Gesellschaft sehr häufig als asexuelle Wesen positioniert. Behinderung* und Sex und Begehren werden – wenn überhaupt – lediglich stereotypisierend in zweierlei Varianten gedacht: Erstens als Sex zwischen behinderten Menschen, zweitens mit einer Übersexualisierung von Disability in Form von speziellem Begehren: Devoteeismus beziehungsweise Amelotatismus. Es wäre schlichtweg falsch anzunehmen, dass nur Devotees Menschen mit Behinderung begehren. Devoteeismus wird, sowohl gesellschaftlich gesehen als auch von manchen Menschen mit Dis/ability selbst, oft als sehr ambivalent betrachtet. Denn das spezielle Begehren von Menschen mit Dis_ability ist in den Augen der Gesellschaft nicht anerkannt und erwünscht. Es kann sich deshalb häufig in Objektivierung und Fetischisierung behinderter* Körperlichkeit oder Seinsweisen und mitunter auch in sehr sexistischem und Street Harassment ähnlichem Verhalten äußern. Devotees begehren den Gegensatz des normativ erwünschten Körpers oder der perfekten Seiensweise, nämlich Ekel und Verabscheuung; oder anders formuliert das normativ Verabscheute. Diese Pathologisierung lastet stark auf Menschen, die behinderte* Personen begehren und lieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Behinderte*(s) Begehren für alle?&lt;/strong&gt; Personen mit DisAbility können ihre behinderte* Seiensweise als eine Quelle der Lust begreifen und in ihre sexuellen Fantasien inkorporieren. Dies alles hat nichts mit Devoteeismus zu tun. Ganz im Gegenteil könnte mensch, so die Begründerin der Queer-Dis_ability Studies und Dis_ability Rights Aktivistin Alison Kafer, eine Sexualität und ein Begehren imaginieren, die reich und robust sind – und dies nicht trotz oder wegen der Beeinträchtigung*. Also eine Sexualität und ein Begehren, die nicht aufgrund von DisAbility fetischisierend sind, aber in Beziehung zu Behinderung* stehen. Wie queere und feministische Menschen und Communities, müssen also auch Menschen mit Dis_ability ihre Wege finden. Wege zu einem möglichen Umgang mit Normen um daran zu arbeiten, die eigenen nicht-normativen Körper wertzuschätzen und neu zu bewerten, zu inkludieren und zu erotisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht demnach also darum, diese Normvorstellung zu brechen und neue Wege zu finden Behinderung*, behinderte* Körperlichkeiteb und deren unterschiedliche Sexualitäten zu inkludieren. Denn: Menschen mit Dis-ability haben ein Sexleben: Sie kämpfen um ihre „intime Bürger_innenschaft“, wie es der Soziologe und Queer Dis/ ability Richts Activist Kenneth Plummer treffend bezeichnet, und darum, sich sexuelle Identitäten* anzueignen! Behinderung ist sexy. Wir sind so sexy und hip wie wir uns selbst beschreiben. Wir wollen teilhaben! Wir wollen interessante Menschen treffen! Wir wollen Begegnungsorte für ALLE!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Elisabeth Magdlener, Verein CCC** – Change Cultural Concepts, ist Trainerin und Vortragende im Bereich Queer DisAbility (Studies) und Tänzerin, Mitglied der weltweiten Community- Tanzbewegung DanceAbility und A.D.A.M. (Austrian DanceArt Movement). Sie studiert(e) Gender Studies &amp;amp; Pädagogik in Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
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 <pubDate>Thu, 23 Feb 2017 18:31:28 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
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