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 <title>Progress - Emir Selimovic</title>
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 <title>Aufhören um neu anzufangen</title>
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&lt;p&gt;Als wäre es gestern gewesen: Die Hörnchen-Nudeln kochen auf dem Gasherd, Adrian bereitet sich wieder Mal seine Lieblingsspeise zu. Ich komme erledigt von meinem Werkstudenten-Job zurück in die WG und weiß, was mir bevorsteht – die ewige Suche nach Informationen und Prüfungserfahrungen zu meiner nächsten Prüfung „Nichtmetallische Werkstoffe“. Warum muss ich dafür aber einen ganzen Nachmittag einplanen? Wieso sind keine aktuellen Informationen einfach und schnell abrufbar? *Gedankenblitz* &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich stürme in die WG-Küche, Adrians Nudeln sind fast fertig. „Adrian, hör zu – wieso gibt es eigentlich keine Plattform, auf der ich einfach nach meiner nächsten Prüfung suchen kann und dort auf einen Blick alle Daten zur Prüfungsvorbereitung finde, die ich gerade benötige?“ Als ich den Satz ausgesprochen habe, kommt Christoph in die Küche, hört unserem Gespräch zu und wir merken alle drei, dass wir gerade eine echt interessante Idee haben, die in Zukunft vielen Studierenden eine Menge kostbarer Zeit ersparen würde. Da 2016 bereits digitale Medien der Renner waren, haben wir Paul, einen Freund aus Innsbruck, mit ins Boot geholt. Als technischer Kopf hatte er alles was es braucht, um eine digitale Lösung umzusetzen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwölf Monate später startete unsere Plattform an der TU Wien, weitere sechs Monate später war sie bereits auf insgesamt fünf Hochschulen in Österreich vertreten. Heute ist sie auf über 30 Hochschulen in Deutschland und Österreich vertreten, unser Team besteht aus acht jungen und lustigen Menschen und in unserem Unternehmen setzen wir uns tagtäglich für Gerechtigkeit und Studierbarkeit an Hochschulen ein. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Doch was hat es gebraucht, um diesen Weg zu gehen? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um ehrlich zu sein, war es sehr beängstigend. Als 22-jährige junge Männer war uns nicht ganz bewusst, welche Verantwortung und welches Risiko wir mit der Gründung eines Unternehmens eingingen. Uns war auch nicht klar, dass sich ein Vollzeit-Studium an der TU Wien und TU München, ein Werkstudenten-Job und das parallele Aufbauen eines Unternehmens nicht unter einen Hut bringen lassen. Schnell durften wir aber lernen, was es bedeutete eine Idee umzusetzen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unmenschliche Zeitbeanspruchung, nächtelanges Arbeiten, Schlaflosigkeit. Und trotzdem reichte die Zeit nicht aus. Wir schmissen unser Studium, um unseren Traum wahr werden zu lassen. Wir kündigten unsere Jobs, um unserem Traum näher zu kommen. Eins mussten wir akzeptieren, und wir lernten es auf die harte Art – in der Unternehmensgründung gibt es einfach deutlich mehr Downs als Ups. Und daran mussten wir uns erstmal gewöhnen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als unsere Plattform timebite das erste Mal im Oktober 2017 online ging, war das extrem aufregend. Wir freuten uns über jede*n neue*n Nutzer*in auf der Plattform, über jedes Feedback. Es schien zu funktionieren! &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir entwickelten die Plattform stetig weiter, versuchten alles, um Studierenden den besten Dienst zu bieten. Aber dann wurde uns schnell klar – ohne Werkstudenten-Job wird es schwer, die WG-Miete zu bezahlen, geschweige denn Server- und Betriebskosten zu erhalten. Es musste eine Finanzierung her, sonst war’s das mit unserem Traum. Eines war uns aber von Beginn an klar: Studierende werden nie auch nur einen Cent für timebite bezahlen müssen, das passt uns einfach nicht. Daher redeten wir mit Unternehmen, präsentierten ihnen unsere Lösung und fragten, was wir entwickeln könnten, damit sie auch einen Nutzen davon ziehen würden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daraus entwickelte sich unser erstes Geschäftsmodell und unsere kleine Firma warf das erste Mal Geld ab. Wow, we did it!&lt;br /&gt;Wir hatten tatsächlich das erste Mal Geld mit unserer Idee gemacht. Wir konnten also weiterarbeiten, weiterüberlegen, weiterhin unsere Mission verfolgen und unserer Vision näherkommen – Studierenden jederzeit Zugriff zu relevanten Prüfungsinformationen zu gewähren. Neben den ganzen Tiefs, die man so hat, kamen auch ab und zu ganz erfreuliche Hochs. Und es wurden einfach immer mehr Hochs, ehrlich. Wir hatten schon fast Angst, es könnte tatsächlich mehr Ups als Downs geben! &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Laufe des Jahres 2019 entwickelten wir dann gemeinsam mit der TU Wien unser zweites Produkt – die App Quinn. Diese soll ECTS-Gerechtigkeit und Studierbarkeit fördern und Studierenden gleichzeitig ein Lerntagebuch bieten, um die eigenen Learning Analytics zu verfolgen. Die App hat nach einem Jahr über 180.000 getrackte Stunden von Studierenden gesammelt – ein großer Erfolg. Wir entwickelten weiters auch HILFMA, um eine digitale Nachbarschaftshilfe per App in der Coronakrise zu ermöglichen. Auch diese wurde innerhalb kürzester Zeit von tausenden Menschen und Betrieben genutzt, sogar zur App des Jahres 2020 nominiert. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Außerdem halfen wir vielen Organisationen bei der Digitalisierung, bei der Entwicklung von Produkten, berieten unglaublich kluge und tolle Menschen. Kaum zu glauben, dass wir heute als Experten in unserem Gebiet gelten. Unser Team leistet tagtäglich Unglaubliches, um weiterhin Fairness im Studium zu etablieren, zentrale Anlaufstellen für Prüfungsinformationen zu betreiben und Studierende zu verbinden. Durch die Motivation, durch enormen inneren Antrieb und Verfolgung unserer Mission haben wir tatsächlich nach den Sternen gegriffen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war zwar nicht immer leicht, aber wir sind von einem zutiefst überzeugt: Wenn man macht, was man gerne macht, dann macht man es gut. Und wenn man gleichzeitig ein starkes Durchhaltevermögen zeigt, wird man es schaffen. Heute sitzen wir in unserem Büro, in den letzten drei Jahren der Selbstständigkeit gefühlt um zehn Jahre gealtert – aber was soll‘s, wir kommen unserem Traum immer näher, wir erfüllen unsere Mission, wir haben eine Vision. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Emir Selimovic, Mitbegründer timbite Solutions GmbH&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Thu, 18 Mar 2021 15:45:10 +0000</pubDate>
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