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 <title>Progress - Josef Burker</title>
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 <title>Die Queeren Kinder der Umm el-Dunya</title>
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        &lt;h2 class=&quot;element-invisible&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/file/2596&quot;&gt;08 Quere Kinder.jpg&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
    
  
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Redewende, die Ägypten beschreibt und die historischen Leistungen der antiken Zivilisation&lt;br /&gt;
in der Region betont. Nur hat die Umm el-Dunya ein scheinbar schmutziges Geheimnis, das&lt;br /&gt;
sie und ihre Familie zu leugnen versuchen, weil es von der Gesellschaft nicht akzeptiert&lt;br /&gt;
wird. Sie hat queere Kinder, mich eingeschlossen.&lt;br /&gt;
Als ich in Kairo in die Unterstufe ging war „Erstargel“ eine Aufforderung, mit dem ich sehr&lt;br /&gt;
oft konfrontiert war. Sei es in der Schule von Schulkolleg_innen und Lehrer_innen, von&lt;br /&gt;
Familienmitgliedern, von einst mir sehr nahestehenden Personen oder sogar von Fremden&lt;br /&gt;
auf der Straße. „Estargel“ lässt sich am treffendsten mit dem Englischen „Man up“&lt;br /&gt;
übersetzen und bedeutet “werde ein Mann“ oder „sei mehr wie ein Mann“.&lt;br /&gt;
Ein paar mir vertraute Kontexte:&lt;br /&gt;
„Estargel“, denn dein Verhalten ist sehr feminin.&lt;br /&gt;
„Estargel“, weil du nur mit Mädchen plauderst wenn du lieber mit Jungs Fußball spielen&lt;br /&gt;
solltest.&lt;br /&gt;
„Estargel“, denn dein Gang ist „schwul“.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Auf unterschiedlichste Art und Weise stach ich hervor, da ich nicht dem Männlichkeitsideal&lt;br /&gt;
meiner Umgebung und meiner Familie entsprach. Ich spielte nicht Fußball, hatte kaum&lt;br /&gt;
männliche Freundschaften und konnte mich mit dem stereotypischen Machobild hinter&lt;br /&gt;
„Estargel“ nicht identifizieren. Als ich zwölf Jahre alt war begriff ich, dass ich keinerlei&lt;br /&gt;
sexuelles Interesse an Frauen hatte und selbst als mir Jahre später klar wurde, dass ich auf&lt;br /&gt;
Männer stehe, habe ich mich nicht als „schwul“ oder gar „queer“ einordnen können. Grund&lt;br /&gt;
war meine Sozialisierung und Erziehung in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens und größten&lt;br /&gt;
Stadt im Nahen Osten. Ganz zu schweigen davon, dass es zur Zeit meiner Jugend kein&lt;br /&gt;
arabisches Wort für „homosexuell“ gab, das nicht „pervers“ oder „abartig“ bedeutete oder&lt;br /&gt;
generell negativ behaftet war.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Ägypten, wie viele andere Länder in der Region, tabuisiert weitgehend Homosexualität und&lt;br /&gt;
LGBTQ*-Themen aus verschiedensten Gründen, sei es wegen einer bestimmten&lt;br /&gt;
Moralvorstellung, der spezifischen Kultur im jeweiligen Land, der Religion und/oder wegen&lt;br /&gt;
der Folgen europäischer Kolonialisierung. Nicht tabuisiert ist das Wort „Schwuchtel“, das&lt;br /&gt;
beim Mobbing am Schulhof oder beim Beschreiben von nicht ausreichend „männlichen“&lt;br /&gt;
Männern schnell einmal fällt.&lt;br /&gt;
Staatliche Unterdrückung&lt;br /&gt;
Zwar gibt es in Ägypten formell keine Gesetzeslage zur Bestrafung von Homosexualität, es&lt;br /&gt;
kommt aber vor, dass queere Menschen unter den Vorwürfen „Ordnungswidrigkeit“ und&lt;br /&gt;
„Entartung der Sitten“ inhaftiert werden. Diese Fälle wecken breite mediale&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit, bekannte Nachrichtensprecher_innen stempeln die unschuldig&lt;br /&gt;
Inhaftierten als „krank” und „geistesgestört“ ab. Mächtige Institutionen wie zum Beispiel die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Koptische Kirche, der Staat oder die islamische Al-Azhar Organisation wähnen sich im&lt;br /&gt;
Feldzug gegen das moralisch Böse und sehen queere Lebensentwürfe als bekämpfenswert.&lt;br /&gt;
Die Unterdrückung der queeren Szene in Kairo war und ist nie konstant gewesen.&lt;br /&gt;
Tatsächlich gab es Phasen, in der es von Seiten der Staatsgewalt mal mehr, mal weniger&lt;br /&gt;
Repression gab. So zum Beispiel die Zeit vor dem Arabischen Frühling, in der es wesentlich&lt;br /&gt;
einfacher gewesen sein soll, sich zu vernetzen. Da galten andere Randgruppen als&lt;br /&gt;
Zielscheibe. Ebenso verhält es sich mit dem stetigen Auf und Ab von medialen&lt;br /&gt;
Hetzkampagnen gegen die queere Minderheit, die sich ohnehin für die eigene Sicherheit&lt;br /&gt;
verstecken muss. Zurückzuführen ist dieses Phänomen einerseits auf die sich immer&lt;br /&gt;
verändernde innenpolitische Lage (Revolutionen, kontroverse Wahlen,&lt;br /&gt;
Terrorismusbekämpfung) als auch auf die abwechselnde Bereitschaft der Polizei und&lt;br /&gt;
Repressionsbehörden mit Gewalt zu handeln.&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p&amp;gt;Auch ist die staatliche und soziale Repression,&lt;br /&gt;
die queere Menschen erleben, abhängig von der sozio-ökonomischen Schicht, aus der die&lt;br /&gt;
Betroffenen herstammen. In „Sex and the Citadel“, dem Buch der Wissenschaftsjournalistin&lt;br /&gt;
Shereen El Feki, erkundigt sie im Kapitel „Dare to be different“ die queere Szene Kairos. So&lt;br /&gt;
legt ein Lehrer einer elitären Schule im Gespräch mit ihr fest: „Es geht um Macht“. Die&lt;br /&gt;
Polizei traut sich keine Razzia in geschlossenen, abgetrennten Wohnkomplexen&lt;br /&gt;
durchzuführen, in denen Ärtz_innen, Rechtsanwält_innen, Autor_innen, Professor_innen,&lt;br /&gt;
usw. verkehren. Auch im kontroversen Film „Family Secrets“ wird Ähnliches geschildert:&lt;br /&gt;
Marwan, ein Achtzehnjähriger, der schwul ist, outet sich und wird trotz heftiger sozialer&lt;br /&gt;
Abgrenzung und Gewalt innerhalb und außerhalb der Familie nicht verhaftet. Sein Vater ist&lt;br /&gt;
einflussreicher Geschäftsmann. Er landet bei fünf verschiedenen Therapeut_innen und ihm&lt;br /&gt;
wird aus falscher Fürsorge der Familie die Chance gegeben, seine Homosexualität „heilen“&lt;br /&gt;
zu lassen, was vielen Menschen niedrigerer sozialen Schichten keine Option ist.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Auch nach meinem Coming-Out war die erste Reaktion eines nahestehenden&lt;br /&gt;
Familienmitglieds, panisch zum Hausarzt zu fahren und zu fragen, wie man meine&lt;br /&gt;
„Krankheit“ heilen kann. Mein Glück war es, dass der Hausarzt in den USA studiert hatte&lt;br /&gt;
und meiner Familie medizinisch erklären konnte, dass Homosexualität keine Krankheit ist&lt;br /&gt;
und dass es keine Heilmittel gibt. Selbst nicht mehr Testosteron, was als Vorschlag eines&lt;br /&gt;
anderen Familienmitglieds kam. Anders war die Reaktion eines bestimmten Imams, der mir&lt;br /&gt;
mit religiöser Autorität aufgrund strittiger Sekundarquellen des Islams erklärte, warum ich&lt;br /&gt;
einen Exorzismus brauchen würde. Ein anderes Familienmitglied legte mir nahe, dass es&lt;br /&gt;
doch nur eine Phase ist und dass ich einfach mehr Sport betreiben soll. Auch ein Bluttest&lt;br /&gt;
wurde vorgeschlagen. Zu dem Zeitpunkt war ich längst nach Österreich gezogen, wo meiner&lt;br /&gt;
österreichischen Familie mein Coming-Out viel leichter fiel als mir selbst. Denn mich als&lt;br /&gt;
schwuler Mann zu identifizieren bedeutete für mich anfangs das Auflehnen gegen eine&lt;br /&gt;
soziale Ordnung, an die ich aufgrund meiner Erziehung in Kairo fest glaubte und die für mich&lt;br /&gt;
als unerschütterlich galt. Doch ich bin mit österreichischem Pass und der Möglichkeit, nicht&lt;br /&gt;
in Ägypten leben zu müssen, im Vergleich zu vielen anderen privilegiert.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;&amp;lt;strong&amp;gt;Unterdrückung als Ablenkungsstrategie&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
Oft fungiert die Unterdrückung von Individuen oder gar ganzen Gruppen als Manöver, um&lt;br /&gt;
von der wirtschaftlichen und demokratiepolitischen Notlage des Landes abzulenken, wie&lt;br /&gt;
zum Beispiel im bekannten Fall „Cairo 52“, wo im Jahr 2001 52 Männer in einem Nachtclub&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;für homosexuelle Männer inhaftiert wurden. Politisch gelten queere Menschen als „innere&lt;br /&gt;
Feinde“, die die Ordnung und Stabilität des Landes zu bedrohen schienen. Alle&lt;br /&gt;
sozialpolitisch relevanten Institutionen, sei es die islamische Al-Azhar Organisation, die&lt;br /&gt;
Koptische Kirche, der Militärapparat, die Muslimbruderschaft, die einflussreiche&lt;br /&gt;
Medienlandschaft oder der Staat, sind in ihrer Überzeugung ausnahmsweise geeint:&lt;br /&gt;
LGBTQ*-Identitäten sind „Erfindungen des Westens“ und stören die soziale Ordnung.&lt;br /&gt;
Heutzutage stehen wenige hinter der LGBTQ* Community. Laut Nicola Pratt in „The Queen&lt;br /&gt;
Boat case in Egypt“ vermitteln Medien und Staat, dass Homosexualität „un-ägyptisch“ sei.&lt;br /&gt;
Das spiegelt den gesellschaftlichen Konsens: 95% von Ägypter_innen sind gegen eine soziale&lt;br /&gt;
Akzeptanz von Homosexualität. Dies belegte eine Statistik des Pew Research Center im Jahr&lt;br /&gt;
2013.&lt;br /&gt;
Für mich hieß es konkret: Mit meiner Identität offen umzugehen könnte für mich sozialen&lt;br /&gt;
Auschluss und wahrscheinlich familiäre Intervention bedeuten. Für mich als Erwachsener in&lt;br /&gt;
Ägypten könnte mir eine Freiheitsstrafe mit Begründung der Ordnungswidrigkeit drohen.&lt;br /&gt;
Angesichts der zivilgesellschaftlichen Befürwortung der Bestrafung meiner queerness war&lt;br /&gt;
mir als Zwölfjähriger schon klar, dass die Lage in Kairo für Menschen wie mich nicht sicher&lt;br /&gt;
ist.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Die Reaktionen meiner Familie, meiner Schulgemeinschaft und meiner Freund_innen&lt;br /&gt;
konnte ich nicht einschätzen. Das Risiko ging ich nicht ein. Denn auch wenn das Milieu, mit&lt;br /&gt;
dem ich konfrontiert war, ihre Urlaube in Nordamerika und Europa verbrachten, Englisch&lt;br /&gt;
und eine weitere europäische Sprache als Bildungssprache fließend sprachen, viele&lt;br /&gt;
außerhalb Ägyptens oder an der American oder German University in Cairo studierten und&lt;br /&gt;
sich als weltoffen, bildungsnahe und des öfteren wohlhabend verstanden, galt Queersein&lt;br /&gt;
und die Akzeptanz dessen oft als die rote Linie, die man nur schwer überquert.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;&amp;lt;strong&amp;gt;Hoffnung für die Zukunft:&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Es gibt aber positive Entwicklungen. Mit LGBTQ*-Repräsentation in erfolgreichen&lt;br /&gt;
amerikanischen Serien und Filmen sowie der immer größer werdende Akzeptanz in den USA&lt;br /&gt;
und Europa wird auch die Akzeptanz unter Kairoer Jugendlichen, die gute Aufstiegschancen&lt;br /&gt;
haben und privilegiert sind, besser. Da kann man aber trotzdem nicht von einer generellen&lt;br /&gt;
Norm ausgehen. Für einige gilt nach wie vor: Egal wie „offen“ man westlichen Idealen oder&lt;br /&gt;
dem westlichen Lebensstil gegenüber ist, ist Homosexualität im besten Falle eine Krankheit,&lt;br /&gt;
die es zu bekämpfen gilt.&lt;br /&gt;
Deswegen lebte ich mehrere Jahre mit großer Achtsamkeit; ein Coming-Out und eine&lt;br /&gt;
öffentlich queere Identität kamen für mich nicht in Frage. Viel einfacher schien mir die&lt;br /&gt;
Unterdrückung meiner Homosexualität und das Hoffen, dass sie mit Mühe und Disziplin von&lt;br /&gt;
alleine weggehen würde. Die tiefe Verwurzelung der Queerphobie in der Gesellschaft und&lt;br /&gt;
im Einzelnen führte dazu, dass ich mich selbst nach meinem Coming-Out gegen die&lt;br /&gt;
gleichgeschlechtliche Ehe in Ägypten aussprach, denn für mich fühlte sich eine&lt;br /&gt;
Gleichberechtigung unter ägyptischem Himmel nicht angemessen an.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;p&amp;gt;Für viele queere Menschen mit Wurzeln im Nahen Osten ist die eigene und fremde&lt;br /&gt;
Akzeptanz keine Selbstverständlichkeit. Es gibt aber seit einigen Jahren vor allem in den&lt;br /&gt;
sozialen Medien Grund zur Freude. Zum Beispiel gibt es das „Queer Muslim Project“, das in&lt;br /&gt;
einem sozialpolitischen Kontext die Erfahrungen und das Leben queerer Muslim_innen in&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;den Vordergrund stellt. Rafiul Alom Rahman, der Gründer, ist Aktivist gegen Queerphobie&lt;br /&gt;
innerhalb und außerhalb der muslimischen Community und arbeitet gegen&lt;br /&gt;
antimuslimischen Rassismus. Auch bekannt auf Instagram ist @artqueerhabibi, ein account,&lt;br /&gt;
der queere Postkarten und Illustrationen mit arabischen Queers als Motiven kreiert. Umso&lt;br /&gt;
bekannter ist Hamed Sinno, der als queerer Aktivist auch gleichzeitig Sänger in der&lt;br /&gt;
libanesischen Band Mashrou‘ Leila ist. 2017 startete er nach einem kontroversen&lt;br /&gt;
Konzertauftritt (welcher jedoch gut besucht war) indirekt eine große Debatte um LGBTQ* in&lt;br /&gt;
Ägypten. Online gründeten sich ebenfalls die Initiativen „No Hate Egypt“ und „Solidarity&lt;br /&gt;
with Egypt LGBT“. Eines Tages, so meine Hoffnung, werden sich queere Menschen in&lt;br /&gt;
Ägypten nicht mehr verstecken müssen.&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-collection-container clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-sidebar field-type-field-collection field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-collection-view clearfix view-mode-full field-collection-view-final&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-sidebar/2159&quot;&gt;
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      &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
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 <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 17:51:29 +0000</pubDate>
 <dc:creator>progress</dc:creator>
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