<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xml:base="https://progress-online.at"  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
 <title>Progress - Brigitte Temel</title>
 <link>https://progress-online.at/autorinnen/brigitte-temel</link>
 <description></description>
 <language>de</language>
<item>
 <title>Schallmoos: Kriminalisierung von Sexarbeiterinnen*</title>
 <link>https://progress-online.at/artikel/schallmoos-kriminalisierung-von-sexarbeiterinnen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-images field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div id=&quot;file-2221&quot; class=&quot;file file-image file-image-jpeg&quot;&gt;

        &lt;h2 class=&quot;element-invisible&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/file/2221&quot;&gt;Seite 38_Brigitte_Temel.JPG&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;
    
  
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt;
    &lt;img typeof=&quot;foaf:Image&quot; src=&quot;https://progress-online.at/files/styles/article-image_mobile/public/Seite%2038_Brigitte_Temel.JPG?itok=zcL0IzL8&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;213&quot; alt=&quot;&quot; title=&quot;Foto: Brigitte Temel&quot; /&gt;  &lt;/div&gt;

  
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-autor-in field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;AutorInnen:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/autorinnen/brigitte-temel&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Brigitte Temel&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/dossier-sexualit%C3%A4t&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Dossier: Sexualität&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/sexarbeiterinnen&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Sexarbeiter*innen&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/sexarbeit&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Sexarbeit&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tags/salzburg&quot; typeof=&quot;skos:Concept&quot; property=&quot;rdfs:label skos:prefLabel&quot; datatype=&quot;&quot;&gt;Salzburg&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-shariff field-type-shariff field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div class=&quot;shariff&quot;  data-services=&quot;[&amp;quot;twitter&amp;quot;,&amp;quot;facebook&amp;quot;]&quot; data-theme=&quot;colored&quot; data-orientation=&quot;horizontal&quot; data-lang=&quot;de&quot; data-url=&quot;https://progress-online.at/artikel/schallmoos-kriminalisierung-von-sexarbeiterinnen&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-content-sidebar field-type-field-collection field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-content-sidebar/1382&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt;
    &lt;div class=&quot;field-collection-container clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-sidebar field-type-field-collection field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-collection-view clearfix view-mode-full field-collection-view-final&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-sidebar/1383&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt;
      &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;group-content-sidebar field-group-div&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-content field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit November 2015 läuft die von der ÖVP initiierte Kampagne „Unterm Strich kein Spaß“. Sie verfolgt das Ziel, sowohl Sexarbeiterinnen* als auch deren potentielle Kunden aus dem Gebiet Schallmoos in Salzburg Stadt zu vertreiben. Die Mobilisierung gegen den dortigen Straßenstrich gibt es allerdings schon länger.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der „Kampf“ gegen Sexarbeiterinnen* am Straßenstrich in Schallmoos ist kein neuer. Seit Jahren versuchen sowohl Harald Preuner (Vizebürgermeister von Salzburg, ÖVP) als auch die Polizei dort arbeitende Sexarbeiterinnen* durch wiederholte Kontrollen und Anzeigen zu vertreiben. Diese sogenannten Schwerpunktkontrollen zeigten allerdings mäßigen Erfolg. Frauen*, die bei diesen Kontrollen erwischt wurden, erhielten Verwaltungsstrafen, die sie entweder gleich bezahlten oder abgesessen haben. Danach sind sie wieder ihrer Arbeit nachgegangen. Nachdem aus Sicht mancher Anrainer*innen die Polizei und die Stadt Salzburg nicht imstande waren, den Straßenstrich „unter Kontrolle“ zu bringen, begannen sie sich selbst zu organisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;WÜTENDE BÜRGERWEHR.&lt;/strong&gt; Im Oktober beschlossen Anrainer*innen in Schallmoos im Rahmen ihrer Vereinssitzung, dass sie nun eigenmächtig gegen den Straßenstrich vorgehen würden. Hierfür wollten sie Straßenpatrouillen einrichten und in kleinen Gruppen sogenannte „Kontrollgänge“ durch das Viertel unternehmen, um gezielt Sexarbeiterinnen* und angebliche Kunden und Zuhälter anzusprechen. Im Rahmen dieser bürgerwehrähnlichen Strukturen war weiters auch geplant, Autokennzeichen zu fotografieren und zu veröffentlichen. Es ist nicht das erste Mal, dass derartige Zusammenschlüsse wütender Anrainer*innen äußerst problematische Züge annehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dieser Entwicklung kam auch prompt die Reaktion der ÖVP, welche sich bereits seit Jahren die „Beseitigung„ des Straßenstrichs auf die Fahnen zu schreiben versucht. Peter Harlander (ÖVP-Gemeinderat) nahm sich der wütenden Anrainer*innen an und präsentierte im November die Plakat- Kampagne „Unterm Strich kein Spaß“. Idee der Kampagne ist es, sich große Schilder „umzuschnallen“ und mit diesen durch Schallmoos zu ziehen, um den Straßenstrich zu „säubern“. Auf den Schildern sind so kreative Sprüche zu lesen wie „Schallmoos ist kein Feuchtgebiet“, „Schenke deiner Frau lieber Blumen statt Herpes“ oder „Wahre Frauenhelden müssen nicht bezahlen“ – an Geschmacklosigkeit nur schwer zu übertreffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch wer denkt, das wäre bereits alles, hat sich getäuscht. In Zusammenarbeit mit der ÖVP, insbesondere mit Harald Preuner, und der Polizei, wurde eine „neue“ Strategie erarbeitet, um sich des „Problems“ der Sexarbeit zu entledigen: Abschiebung. Bei einer Kontrolle durch die Polizei können Sexarbeiterinnen* Strafen aufgrund des Landessicherheitsgesetzes des Geschlechtskrankheitengesetzes, oder nach dem Aidsgesetz bekommen. Nach vier verhängten Strafen wird unter Bezugnahme auf das Fremdenpolizeigesetz davon ausgegangen, dass die Sexarbeiterin* eine „Gefährdung“ für die öffentliche Sicherheit darstellt und somit abgeschoben werden kann, wenn sie nicht die österreichische Staatsbürger*innenschaft besitzt. Daran gekoppelt ist ein fünfjähriges Aufenthaltsverbot in Österreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;LÖSUNG BORDELL.&lt;/strong&gt; In Salzburg ist die Ausübung von Sexarbeit sowohl auf der Straße als auch in Wohnungen illegal – allein in Bordellen ist sie legal. Dort ist es für Frauen* allerdings nicht möglich, selbstständig zu arbeiten. Vielmehr werden sie erst recht in ein Abhängigkeitsverhältnis gezwungen, indem sie beispielsweise hohe Abgaben an Bordellbetreiber*innen zahlen müssen, oder ihnen vorgeschrieben wird, wie und wie lange sie zu arbeiten haben. Bordelle sind für viele Sexarbeiterinnen* deshalb keine Option. Die Forderung der Politik, Sexarbeiterinnen* könnten doch in Bordellen arbeiten, zeugt letztlich also vor allem von dem Wunsch, Sexarbeit unsichtbar und leicht kontrollierbar zu machen. Die Bedürfnisse von jenen, die in der Sexarbeit tätig sind, spielen für sie keine Rolle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch das Verhalten von Polizei und Magistrat verlieren die Frauen* jegliches Vertrauen zu diesen, was wiederum ihre Arbeit erst gefährlich macht. Werden sie um ihr Geld betrogen, bedroht oder missbraucht, ist es für sie keine Option, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Letztlich werden mit einer solchen repressiven Politik also Sexarbeiterinnen* isoliert und ein Kontakt zu ihnen wird verunmöglicht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-content-sidebar/1384&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt;
    &lt;div class=&quot;field-collection-container clearfix&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-sidebar field-type-field-collection field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-collection-view clearfix view-mode-full field-collection-view-final&quot;&gt;&lt;div  about=&quot;/field-collection/field-sidebar/1385&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt;
    &lt;div class=&quot;field field-name-field-sidebar-quote field-type-text field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;In diesem Artikel habe ich den * verwendet, um eine geschlechtersensible Sprache zu benützen, welche einerseits auf die Konstruiertheit der Kategorien „Frau“ und „Mann“ hinweist und andererseits auch jene Menschen inkludiert, welche sich jenseits der normativen Zweigeschlechtlichkeit beziehungsweise als Trans identifizieren.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;group-content-sidebar field-group-div&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-content field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Eine andere Lösung schlägt beispielsweise Christine Nagl, die für das gesamte Bundesland Salzburg einzige Streetworkerin für Sexarbeiterinnen* und Leiterin der Beratungsstelle PiA, vor. Sie fordert eine Legalisierung des Straßenstrichs in Form einer betreuten Toleranzzone, für die eine entsprechende Infrastruktur errichtet werden soll. Ziel soll es sein, dass Sexarbeiterinnen* ein selbstständiges Arbeiten möglich ist. Leider steht sie mit ihrer Forderung recht alleine da. Währenddessen beginnt die Polizei erste Sexarbeiterinnen* abzuschieben – eine Praxis, mit der Österreich durchaus vertraut ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Brigitte Temel studiert Psychologie an der Universität Wien.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 10 Mar 2016 16:58:21 +0000</pubDate>
 <dc:creator>joël</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">995 at https://progress-online.at</guid>
</item>
</channel>
</rss>
